Sonntag, 16. Dezember 2012

Raus aus der veganen Seifenblase.

Ich lebe in einer veganen Seifenblase. Zwar sehe ich von dort aus nach draußen. Sehe, dass da draußen einiges abläuft, mit dem ich mich nicht identifizieren kann, was ich schrecklich finde. Aber dadurch, dass in meiner kleinen Seifenblasenwelt alles so perfekt ist, ist der Blick nach draußen leicht verschwommen. Die Welt erscheint mir oft veganer oder veganfreundlicher, als sie es wohl tatsächlich ist. In meiner Seifenblase ist alles wunderbar.

Mein Freund und ich leben mittlerweile beide vegan - gemeinsames einkaufen, kochen und essen gehen mit dem Menschen, der mir am wichtigsten ist und mit dem ich am meisten Zeit verbringe ist also wirklich problemlos - und auch als er noch manchmal vegetarisch aß, war es das nie. Ich habe viele Freunde, die vegan oder vegetarisch Leben, habe also Leute, mit denen ich mich austauschen kann, mit denen ich total unkompliziert Kochabende oder Potlucks veranstalten kann und ich lebe in einer Stadt, in der das Angebot für Veganer verhältnismäßig ziemlich gut ist. Es gibt sehr viele vegan-vegetarische Restaurants, noch mehr, die vegan-freundlich sind, sogar rein vegane Läden, einen kleinen veganen Lebensmittelladen und ein veganes Schuhgeschäft gibt es. Es gibt viele Bioläden, Fair Trade Shops, man kann täglich irgendwo vegan frühstücken, oft gibt es einen veganen Brunch oder Kuchenbuffets. Ich habe es in der Hinsicht sicherlich besser, als sehr viele andere Veganer in Deutschland - das ist mir bewusst und ich bin sehr dankbar dafür - aber es verklärt den Blick manchmal wirklich. In dieser veganen Seifenblase kommt mir meine Ernährungsweise total normal und alltäglich vor - aber manchmal muss ich sie dann verlassen und dann trifft mich die Realität mal wieder voll ins Gesicht.

Familienfeiern sind zum Beispiel immer solche Anlässe. Und da Weihnachten wieder vor der Tür steht, mache ich mir natürlich Gedanken, was mein Freund und ich uns da wohl so zu beißen besorgen können. Das ich selber etwas mitbringe, ist selbstverständlich - mache ich auch sehr gerne. Und man nimmt schon in vielerlei Hinsicht Rücksicht auf uns. Da kann ich mich echt nicht beschweren - allerdings ist mir trotzdem immer bewusst, dass außer meinen Eltern wohl niemand in meiner Familie ansatzweise nachvollziehen kann, warum ich das tue. Die meisten halten es entweder für bescheuert oder es interessiert sie einfach nicht. Da kommt man sich manchmal schon wie ein kleines Alien vor ;) Ich erwarte auch echt kein rein veganes Weihnachtsbuffet bei der Familienfeier nächsten Sonntag. Keinesfalls. Klar, ich fänds super, aber es ist A utopisch und B wäre es auch einfach zu viel erwartet. Auch wenn es mir bei meiner Ernährungsweise ja nicht insbesondere um mich sondern um meine tierischen Freunde und unseren Planeten geht - es hätte für alle anderen doch einen sehr egoistischen Touch, wenn ich auf ein komplett veganes Weihnachtsmenü pochen würde. Muss ja auch gar nicht sein - aber manche Dinge verstehe ich einfach nicht. Wenn es da Leute gibt, die sich so viele Gedanken um mich machen und sich extra Mühe geben, damit ich auch etwas essen kann, warum manchen sie es dann bei nicht auch bei Dingen, wo es am allereinfachsten wäre.

Es gibt bei diesen Familienfeiern immer Waffeln. Dieses Jahr macht meine Mutter den Waffelteig - nach dem alten Rezept von meinem Opa. Natürlich komplett unvegan. Ich fragte sie dann, ob man nicht vielleicht einen veganen Waffelteig machen könnte (dafür würde ich mich natürlich auch anbieten) - aber sie sagte, dass sich alle so auf genau diesen Waffelteig freuen würden, denn der ist ja Tradition und von meinem bereits vor Jahren verstorbenen Opa usw. Solche Dinge, nennt mich ruhig vegan-radikal, kann ich einfach nicht mehr so leicht nachvollziehen. Wenn beispielsweise, wie dieses Jahr, ein Salat gemacht wird und man für uns ein extra Dressing macht, weil die anderen lieber ein Joghurt Dressing o.ä. wollen, dann kann ich das nachvollziehen, weil da ja geschmacklich wirklich ein Unterschied zwischen Joghurt Dressing und Balsamico Dressing besteht. Aber zwischen unveganem und veganem Waffelteig? Nö. Ich bin kein Freund von Eigenlob, aber mein eigenes Waffelrezept ist wirklich prima und ich habe dafür schon viel Lob bekommen, wir haben auf dem Veggie Street Day in Dortmund unsere Waffeln nach diesem Rezept gebacken und mir wurde mehrfach gesagt, dass mein Rezept von allen bisher getesten, das beste und das Omni-tauglichste sei - da man einfach nicht schmeckt, dass es vegan ist. Klar, das andere Rezept ist von meinem Opa und hat Tradition etc. - aber das andere Rezept ist mir auch wichtig und ich bin stolz darauf. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass man bei einer Blindverkostung nicht schmecken würde, ob man jetzt eine unvegane Waffel nach Rezept von meinem Opa oder eine von meinen isst - denn die Geheimzutat vom Rezept meines Opas war vor allem ein guter Schuss Rum - und den kann ich problemlos auch in meinen Teig knallen. Mir kam es irgendwie so vor, als könnte man es den anderen nicht zumuten, nur vegane Waffeln zu essen - auch wenn da geschmacklich kein Unterschied besteht. Dabei essen Omnis ja eben alles und die wenigsten schauen jemals auf irgendwelche Zutatenlisten - daher sollte es ihnen ja total egal sein, was in dem Teig ist, hauptsache er schmeckt. Und man müsste es ja auch nicht explizit erwähnen, denke ich, da dort ja niemand eine Sojaallergie o.ä. hat und man sich ansonsten glaube ich auch nicht so übermäßig für Inhaltsstoffe interessiert.

Solche Dinge machen mich wirklich etwas traurig - ich finde es ja lieb, wenn man Rücksicht auf mich nimmt und weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, aber wenn man schon dazu bereit ist, warum denn dann nicht auch da, wo es wirklich keinen Unterschied macht - für alle? Bin ich da undankbar?

Ende vom Lied ist, dass ich uns jetzt selber einen Waffelteig mitbringen muss - aber der wird so verdammt gut sein, dass niemand einen Unterschied schmecken wird und vielleicht kann ich den veganen Waffelteig für alle ja dann nächstes Weihnachten durchsetzen - falls denn jemand anderes außer meinen Eltern daran interessiert sein wird, mal beide Waffeln im Vergleich zu probieren.

Diese kleine Ausflüge raus aus meiner veganen Seifenblase sind gut und wichtig. Denn ich darf nie vergessen, wie die Realität leider wirklich aussieht und wieviel es noch zu tun gibt. Eine rosarote Brille ist nunmal nichts gutes. Aber diese Ausflüge sind eben auch immer etwas anstrengend. Wie sieht es da bei euch aus?

Kommentare:

  1. Ach Zommbiekatze, ich kann dich so gut verstehen.
    Ich finde dieses "man kann den anderen ja nichts veganes zumuten" auch immer ganz furchtbar, denn das klingt ja so, als würde was veganes was schreckliches und gesundheitsschädliches sein.
    Und leider zeigt sich da oft, wie unflexibel manch einer ist.
    Ich finde es absolut nicht undankbar von dir.
    Und irgendwie traue ich mich wetten, wenn jemand aus der Familie eine "Rumallergie" oder eine Allergie gegen Eier oder wasweißich hätte, dann gäbe es auch nur einen Waffelteig, aber dann den angepasst.
    Leider wird immer zwischen "kann nicht" und "will nicht" unterschieden.
    Warum bringst du nicht doch etwas von deinem Teig mit und startest eine Blindverkostung? Oder bittest deine Mum, zwei Teller hinzustellen, ohne zu verraten, welcher welche Sorte ist? ;-)
    Auf jeden Fall bist du nicht undankbar. Denn gerade beim "Fest der Liebe" sollte man doch auch einmal etwas Flexibilität erwarten und dass unsere Mitmenschen auch mal an die Lebewesen denken, die den Planeten mit uns teilen. Und gerade darum sollte Weihnachten meiner Meinung nach immer vegan sein. ;-)

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  2. "Leider" baut sich bei mir die Seifenblase nicht wirklich auf, da die meisten Leute um mich herum einfach nicht vegan sind bzw. überhaupt auch nur etwas damit anfangen können. Am schlimmsten ist aber die Frau von meinem Bruder, sobald sie nur hört, dass etwas vegan ist, probiert sie es nicht einmal, und falls doch schmeckt es natürlich nicht, schon aus Prinzip. Das ist das selbe wie mit deinem Waffelteig. Da bleibt einem nur, sich nicht allzu sehr zu ärgern und doch irgendwie alle mit dem tollen Essen zu überzeugen :)

    Liebe Grüße! Raissa

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  3. Ah, du sprichst mir aus der Seele. <3
    Wie oft war ich schon bei meiner Mutter zu Besuch und es musste neben meinem veganen Mittagessen ja unbedingt noch Fleisch dazugeben. Weil ohne schmeckt es ja nicht. Oder darf mir anhören, wie gut da jetzt noch ein Stück Pute etc. reinpassen würde... Anstatt es einfach mal so hinzunehmen wie es ist.
    Das ist zwar in meinem Fall nicht traditionsbedingt, allerdings fühle ich mich dann immer ein wenig auf den Schlips getreten, wenn mein Essen nichtmal probiert und gleich als "schmeckt nicht" abgetan wird.
    Dieses Weihnachten bin ich in der Runde die einzige Person, die sich vegan ernährt. Ich bin schon richtig angespornt solch leckeren Sachen zu zaubern (es gibt - wie jedes Jahr - Raclette), dass alle davon probieren möchten und es ihnen schmeckt!
    Das ist zumindest der Plan. (:

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    1. Raclette gibt es bei uns auch immer, aber erst am 24. nicht beim großen Familientreffen mütterlicher seits am 23. Ich liebe Raclette total, auch wenn ich leider noch keinen super tollen Ersatz für Raclette Käse gefunden habe.

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  4. Ich hätte wirklich Interesse an deinem Waffelrezept :-)
    Liebe Grüße
    Mia

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  5. Hab es jetzt auch im Text verlinkt ;) http://veganesnom.wordpress.com/2011/02/10/vegane-waffeln-3/

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    1. Danke, ich werde ihn mal ausprobieren :-) Ich lebe zwar nicht vegan, bin aber immer offen für Neues und baue gerne vegane Rezepte in unseren Alltag ein.
      Liebe Grüße und schöne Feiertage

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    2. Das finde ich super, ist im Prinzip auch genau das, was ich mit diesem Text sagen möchte - man muss ja gar nicht komplett vegan oder vegetarisch leben, um zumindest manche veganen Rezepte in seinen Alltag einzubauen oder sie einfach mal zu probieren - gerade bei Rezepten, wo man keinen Unterschied schmeckt ;)
      Ich hoffe, die Waffeln schmecken dir :)

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  6. Wir haben letztens im Arbeitskreis Waffeln gemacht. Ich wusste von vorn herein, dass ich einen veganen Waffelteig nicht durchsetzen kann und hatte auch keine Lust auf Konversationen mit dem ach so männlichen A., der vegane Speisen in der Mensa nicht isst, weil sie vegan sind. Dann war es aber A., der Alsan statt Butter mit brachte.
    Es wäre einfach gewesen, die Eier gegen irgendwas zu tauschen.
    Es ist auch viel einfacher, veganen Kuchen zu backen, weil Eier so viel Platz wegnehmen, schlecht werden und mehr kosten als ein Päckchen No Egg oder eine Tüte Sojamehl. Auf der Fachschaftsfahrt habe ich einen veganen Apfelkuchen gebacken und niemand hat sich beschwert, die waren alle so verdammt glücklich, dass es Kuchen gab (und er war mega lecker).

    Dein Waffelrezept werde ich aber auf alle Fälle ausprobieren. Mein freund ist der Meinung, dass das nicht funktionieren kann. Wir werden sehen!! :D

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    1. Ich hoffe das Rezept kann euch überzeugen. Nur das einfetten des Eisens vor jedem Backen nie vergessen, denn sonst bleiben die Waffeln leider sehr gerne mal kleben - weil ich den Teig nicht so fettig machen wollte ;)

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  7. Hey,

    ich weiß nicht, aber ich denke, ich vertrete eine andere Meinung, weil ich aber auch ein Traditionsmensch bin. Ich hänge sehr an Traditionen und obwohl ich absolut nicht christlich bin und Weihnachten an sich schonmal überhaupt nicht feier, stelle ich trotzdem einen Weihnachtsbaum auf und einen Adventskranz und schmücke alles - ich feier den Winter. Ich liebe den Winter, ich verbinde es nur mit den Traditionen, die für den Rest der Welt (natürlich nicht, aber ...) eben Weihnachten heißt. Ich lebe nicht vegan, ich lebe zur Zeit vegetarisch und ich habe erst vor kurzem den Schritt vom Pescetarier zum Vegetarier gewagt, einfach weil ich mir denke, dass es wichtig für mich ist, alles schrittweise zu gehen, damit ich nicht einen zu großen Schritt mache und dann zu schnell aus der Puste bin. Ich bin aber gleichzeitig auch ein sehr höflicher Mensch, zumindest bei den Leuten, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie es verdient haben höflich von mir behandelt zu werden. Ich kann es schwer beschreiben. Ich will eigentlich darauf hinaus, dass man auch als Vegetarier/Veganer toleranter sein könnte dem Umfeld gegenüber. Es ist natürlich in deinem Kopf drinnen, dass Waffeln eben Waffeln sind, aber es ist natürlich traditionell, niemand will deinen Opa vergessen und manche tun dieses oder jenes eben anhand des Waffelteiges. Und wenn alle damit glücklich sind, dann solltest du das irgendwie akzeptieren, denke ich mir.

    Ich lese deinen Blog jetzt schon eine ganze Weile und ich mochte immer was du so schreibst und ich mag es auch immernoch, ich lese deinen Blog gerne. Aber ich denke, dass man als Veganer und Vegetarier zuerst einmal an sich selbst denken sollte. Man sollte sich vor Augen führen, dass die eigene Initiative, die man bei sich selbst zeigt etwas bewegt und darauf sollte man stolz sein, andere Menschen "umzudrehen" funktioniert sowieso nicht, wie man es gerne hätte. Früher war ich immer sehr aufbrausend Nicht-Vegetariern, Nicht-Veganern gegenüber undzwar auch gerade dann, wenn ich eine von diesen zahlreichen Dokumentationen gesehen habe, die mich schockten und ich nicht nachvollziehen kann, wie sich das ein normaler Mensch ansehen kann und sagen kann: ICH ESSE TROTZDEM BEWUSST WEITER FLEISCH!

    Dann habe ich irgendwann angefangen darüber nachzudenken, dass ICH doch etwas bewegen will und es MEINE Sache ist und es SCHÖN ist, wenn ich Menschen mitreißen kann, wenn Menschen sich mitreißen lassen. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass man menschen nicht mitreißen kann, die sich weigern. Das Dagegen-sein wird dadurch immer enormer.


    Liebe Grüße,
    Katherine

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    1. Danke für deinen Kommentar. Ich verstehe schon, was du meinst. Ich liebe den Winter und die Weihnachtszeit auch sehr und weiß, dass viele Menschen damit Traditionen verbinden. Zu Traditionen allgemein fällt mir ein tolles Zitat ein, welches ist kürzlich irgendwo gelesen habe "Tradition heißt, die Glut weiter zu tragen und nicht, die Asche anzubeten." - Traditionen können auch bestehen bleiben, wenn man kleinere Dinge ändert, der Rahmen aber erhalten bleibt. Ich mag manche Dinge ja auch besonders gerne, weil ich sie auch in meiner Omni-Zeit schon mochte - ein paar besondere Gerichte, die ich seit Jahren koche - ich koche und backe sie immer noch, nur eben mit zum Teil anderen Zutaten, wodurch sich aber am Geschmack oft kaum etwas ändert.
      Auch bei den Waffeln ist das so, zwar habe ich mir das Rezept selber ausgedacht, aber mir war immer in Erinnerung, wie gut ein Schuss Rum den Waffeln tut - das habe ich von dem Rezept von meinem Opa übernommen - auch meine Vorliebe für die Herzchenwaffeln - und diese Tradition trage ich nun weiter, auch wenn ich ansonsten vielleicht 2-3 Zutaten geändert habe.

      Die Tradition ist an sich ja nur, dass es Waffeln gibt. Wie gesagt - die meisten dort interessieren sich gar für die genauen Zutaten, je nach dem wer den Teig macht, kommt ja was anderes rein. Tradition ist ja eher das Mengenverhältnis der Sachen. Manche nehmen H-Milch, manche Fettarme, manche Vollmilch, manche nehmen Bio-Eier manche welche aus Bodenhaltung usw. - ich denke, dass all diese Dinge den Geschmack des Teiges auch leicht beeinflussen, aber eben auch nicht mehr, als wenn man ihn ganz ohne Tier machen würde.

      Und ich erwarte keineswegs, dass alle Menschen aus meinem Umfeld sich vegetarisch ernähren sollen. Es stört mich auch nicht, wenn da dann an Weihnachten Fleisch auf dem Tisch steht - so lange ich es nicht essen muss kann ich es gut einfach ignorieren. Ich habe generell kein Problem mit Fleischessern bzw. damit, mit ihnen an einem Tisch zu sitzen. Ich habe schon meine festen Überzeugungen, aber die trage ich eigentlich so gut wie nie so nach außen, dass sich Omnis angegriffen fühlen könnten - mir ist Höflichkeit da auch sehr wichtig. Ich denke, die meisten dieser Leute werden ihr Leben lang Allesesser bleiben und das ist auch ok für mich, es beeinträchtigt mein persönliches Glück jetzt nicht ;) Aber eben gerade weil es ja alle Allesesser sind, die im normalen Supermarkt auch nicht auf Zutatenlisten schauen, sollte es ihnen ja egal sein, ob der Teig nun vegan ist, oder nicht, so denke ich mir zumindest. Es hätte mich einfach gefreut, wenn man das mal ausprobieren könnte - wenn alle die Waffeln schrecklich finden sollten, könnte man ja danach auch wieder den anderen Teig machen. Ich kann bei Allesessern und Vegetariern nachvollziehen, dass sie da tierische Produkte essen, wo es geschmacklich einen Unterschied macht und wo alles andere eben aufwändiger wäre, auch wenn ich mich selber anders entschieden haben, aber nachvollziehen, warum Menschen das tun, kann ich trotzdem - aber bei so einem Teig merkt man es ja nicht mal, die Zutaten sind billiger und es würde für sie eben einfach keinen Unterschied machen - in solchen Fällen finde es schade, dass man es nicht einfach mal ausprobieren kann, man hat ja nichts zu verlieren.

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  8. Diese Seifenblase habe ich auch. Ich vergesse immer wieder, dass andere Menschen noch omni sind. Gerade, weil es eben für alles ein Ersatz gibt. Zu Weihnachten bringe ich veganen Eiersalat nach Moschinksi mit und der hat bis jetzt schon jeden überrascht und vorallem überzeugt. Die meisten sind immer enorm verwundert, wenn ich ihnen einfach ein Brot damit beschmiere. Die erste Reaktion ist meistens: "Aber Ei ist du doch gar nicht, das hier ist Eiersalat!"
    Es ist schon verrückt, wie schnell man sich an diese "Andere" Lebensweise gewöhnt hat und wie krass man es immer wieder findet, dass Menschen eben noch "alles" essen. Das versteh ich einfach ganz und gar nicht mehr, obwohl man doch selber auch mal omni war.
    Danke für diesen schönen Eintrag. Die eine gute Zeit <3

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  9. Ich finde es super, dass gerade eine sehr selbstreflexive Welle durch die vegane Bloggerszene geht und dass du dich da mit einreihst :-)

    Dein Ausflug war bei mir leider Alltag; das was du mit deinem Waffelteig erlebst, erlebe ich beim Kuchen backen. Es wurde nichtmal probiert, weil Kuchen ohne Milch, Ei ja prinzipiell nicht schmecken kann. :-( Mitbringsel zu Parties standen sofort als "komisches veganes Zeug" im Mittelpunkt (z.B. hatte ich mal Falafel gemacht). Überall Unverständnis, Ablehnung und zum Teil offensive Feindseligkeit. Und das, obwohl ich über ein Jahr "dabei" war und ich dachte, dass sich in meinem Bekanntenkreis sowas wie Routine breit machen sollte. Klar hat mich das verletzt. Aber ich musste mir auch immer wieder klar machen, dass sie nicht mich an sich ablehnen, sondern nur das "Vegan Sein" an mir. Dazu kamen Überlegungen, wie stark ich mich über das Vegane Leben definiere bzw. ob es mich als Person aus macht. Denn warum fühlte ich mich als ganze Person dadurch abgewertet? Weil ich es zum großen Teil zum Bestand meiner Identität machte, vegan zu leben. Aber soweit wollte ich es gar nicht kommen lassen, aber passiert ist es trotzdem. Und dann kamen die Fragen, warum ich es so stark zum Teil meiner Identität werden ließ und dann kamen die Zweifel, gepaart mit der Ablehnung aus dem Umfeld, persönlichen Schwierigkeiten (Essstörung). Alles führte dazu, dass ich z.Z. eher vegetarisch lebe.

    Ich mache mir im Moment viele Gedanken darum, was für eine Art potenzielle Veganerin ich eigentlich sein will. Und solange ich das für mich nicht geklärt habe, weiß ich, dass ich Probleme bei der endgültigen Umsetzung haben werde. Ich bin mir bewusst, dass ich in Zukunft wieder komplett vegan leben möchte, weil ich es einfach meinen Werten entsprechend finde. Aber ich muss mich in der ganzen Szenerie erstmal verorten, um es auch leben zu können. Diese Gedanken beschäftigen mich gerade, und da finde ich es super, dass du eine von den wenigen Veganbloggern bist, die offen zugeben, dass das eigene Vegane Leben kein Maßstab für alle anderen ist. Danke dafür.

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  10. Erstmal ein großes Kompliment an diesen Beitrag. Ich verfolge deinen Blog schon länger und sehr gerne und dies ist wieder einer der Einträge, die mir besonders gefallen!
    Deine Metapher mit der Seifenblase trifft es sehr gut. Auch ich lebe in meiner eigenen kleinen tierleifreien Welt, in der ich mich wohl fühle. All zu sehr darin zurückziehen, kann ich mich jedoch nicht, da mich fast nur Omnis umgeben. Mein Freund ist sozusagen ein "Gelegenheitsvegetarier". Seit ich vegan lebe, isst er nur noch sehr, sehr wenig Fleisch. Allerdings gibt es immer wieder Situationen, in denen er doch zum Fleisch greift, einfach um Komplikationen zu meiden oder aus Bequemlichkeit. Aber ich bin ihm sehr dankbar, dass er meine Absichten versteht und mich nicht für bescheuert hält ;)

    Dass deine Eltern dir bei deiner Lebensweise keine Steine in den Weg legen, ist wirklich toll! Mein Vater fragt mich nur ständig, wann ich mit dem Schwachsinn wieder aufhören würde. Als ich "Tiere essen" las, bekundete meine Mutter Interesse an der Lektüre. Allerdings lag das Buch noch Monate nachdem ich ihr es geliehen hatte, unberührt im Schrank. Ihre Begründung dahinter war "Ich habe Angst das Buch zu lesen. Vielleicht will ich danach dann ja auch kein Fleisch mehr essen. Das geht doch nicht." Als wäre es eine Gehirnwäsche. In meinem Elternhaus ist Fleisch DAS Hauptnahrungsmittel, mehrmals täglich. Bei meinem letzten Besuch bestand das Mittagessen aus Mettwurst mit paniertem Camembert. Kein Gemüse, Reis, Kartoffeln o.ä. Obst findet man da schon gar nicht. Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber die sind ständig krank. Trotzdem sagen sie mir Mangelernährung nach.
    Dabei geht es doch darum, sich mal ein bisschen zu informieren, was sich überhaupt alles so abspielt. Die Entscheidung weiterhin Fleisch zu essen oder nicht, ist ja letztlich jedem sich selbst überlassen.
    Wie du schon sagtest, man fühlt sich wie ein Alien ;) Und es macht wirklich traurig, dass man für verrückt gehalten und sogar beschimpft wird, als sei einem das "normale" Essen nicht gut genug.
    Als mir vor ein paar Wochen bei einem Frühstück mit Bekannten Käse und Wurst angeboten wurde, lehnte ich das dankend ab, mit der Begründung, dass ich numal keine tierischen Produkte esse. Da wurde eine Bekannte richtig wütend und meinte, ich habe schließlich früher auch Käse gegessen und solle aufhören, hier rum zu lügen! Da war ich erstmal perplex, dass sie so empfindlich darauf reagierte. Zumal ich dort weder jemanden "missionieren" noch das Thema überhaupt ansprechen wollte. Vor allem als Lügnerin beschimpft zu werden, tat weh. Als würde ich mich in der Öffentlichkeit als Veganerin ausgeben, nur um andere als schlechte Menschen anzuprangern.
    Paradox finde ich es, wie unterschiedlich auf die Gründe regiert wird. Ich habe Allergien gegen diverse Lebensmittel. Daher ernte ich oft Mitleid, wenn ich etwas aufgrund dessen nicht essen kann. Dann heißt es "Du Arme, du kannst ja gar nichts essen..." Wenn ich aber sage, dass etwas aus Überzeugnung nicht esse, werde ich oft bahandelt, als wäre ich nicht mehr ganz bei Trost. Bestes Beispiel: Als ich einer Freundin mitteilte, kein Fleisch mehr zu essen, weil ich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren könnte, warf sie mir nur einen mitleiderfüllten Blick zu und meinte "Oje, dann hast du schon so viele Allergien und dann macht dein Kopf auch noch so blöde Sachen." ...

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  11. ...
    Nun kommt es natürlich immer auf das Gegenüber an. Am Wochenende war ich mit zwei alten Freundinnen auf einem Weihnachtsmarkt und wurde zunächst bemitleidet, da ich dort kaum etwas essen konnte. Zu Hause habe ich dann für uns gekocht. Reis mit Champignon-Sojageschnetzeltem und Salat. Die beiden haben das unheimlich gut aufgenommen und wunderten sich, dass dieses Sojazeug sogar richtig gut schmeckte und wo man das her bekäme. Über solche Situationen freu ich mich dann natürlich :) Nicht weil man Bestätigung bekommt, sondern weil man jemand anderem mal zeigen konnte, dass es auch andere Dinge gibt, die gut schmecken :)
    In einer Mittagspause im Büro entbrannte auch die Diskussion, weil ich mir zur Pause keinen Döner geholt habe, wie die Kollegen. Einer meinte dann, dass es natürlich nicht schön sei, dass die Regenwälder für Mc....Rinder abgeholzt würden. Aber wenn keiner mehr Fleisch essen würde, würde noch mehr abgeholzt, um "Tofu-Plantagen" zu bauen....

    Bei manchen trifft man eben auf strikte Ablehnung, weil sie sich auch einfach angegriffen fühlen. Als wolle man ihnen unter die Nase reiben, was für schlechte Menschen sie doch seien. Und prinzipiell das vegane Essen voller Ekel von sich schieben und mit der alten Leier kommen, dass es ohne Fleisch kein richtiges Essen sei.
    Andere hingegen nehmen das sehr gut auf und fragen nach den Gründen, nicht um einen zu entwaffnen oder eine Diskussion anzuzetteln, sondern einfach aus Interesse. Das wiederum ist dann sehr erfreulich :)

    Die Mutter meines Freundes ist da etwas toleranter. Sie würde zwar auch nicht extra für mich ein veganes Weihnachtsessen veranstalten (Was auch zu viel verlangt wäre). Aber zumindest haben wir es so geregelt, dass ich mein eigenes Essen mitbringe und wir das Weihnachtsessen gemeinsam zubereiten. Die anderen bekommen dann ihren Weihnachtsbraten und ich mein eigenes Essen.
    Und ich finde, bei solchen Anlässen ist es doch schöner, ein paar nette Stunden mit der Familie zu verbringen, als sich über das Essen zu streiten ;)
    In dem Sinne: Dir noch eine schöne Adventszeit!

    (P.S.: Und sorry für den überlangen Kommentar, war nur grad in Schreiblaune ;D )

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  12. hehe, rum als geheimzutat <3

    ich kann dich da gut verstehen und ich schwanke da auch immer zwischen zwei polen. manchmal denke ich "mein gott, stellt euch mal nicht so an" und manchmal denke ich "okay, essen, ja das ist was soziales, da steckt viel drin, geschichte, tradion, gewohnheiten... das ist von je eher irrational, aber okay." Da muss man immer abwägen. Und vielleicht gibt es ja nächstes Jahr dein Rezept.

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  13. Komisch, diese Ablehnung, von der hier soviele schreiben, die kenne ich gar nicht... Mir ist noch nie, ausser damals von meinem Vater, mit dem ich aber mittlerweile keinen Kontakt mehr habe, offene Ablehnung entgegengebracht worden. Im Gegenteil. Mein Schwager lebt mittlerweile auch vegan, inspiriert durch meinen Mann und mich, meine Schwiegermutter, bisher Vegetarierin und 64 Jahre alt, stellt gerade langsam auf vegan um! Die Kollegen in der Firma meines Mannes, alle total aufgeschlossen! Neulich gab es dort ein Jahresabschluss-Frühstück, zu dem mein Mann eine selbstgemachte vegane Mousse au Chocolat mitgebracht hat. Alle waren begeistert und die Schale war schnell leer! Habe ich einfach nur Glück gehabt? Ich stecke auch in dieser veganen Seifenblase und kann es immer gar nicht fassen, wenn ich mal in einem normalen Supermarkt bin, welche Menge an unveganen Waren es dort gibt. Alles Dinge, die es in meiner Welt nicht mehr gibt, die einfach keine Lebensmittel mehr für mich sind. Ich musste mich bisher erst einmal in meinem veganen Leben dafür rechtfertigen, wie schon gesagt, bei meinem Vater. Und ich hätte, glaube ich, auch gar nicht die Kraft, das ständig zu tun, weil ich intoleranten Fleischessern einfach nicht ohne Wut begegnen kann. Ich bin da etwas speziell und wohl auch radikal, ja. Es macht mich einfach wütend, wie man Tieren so viel Leid zufügen kann, aus purem Egoismus. Oh ja, ich bin wirklich froh, diese Konfrontation nicht zu haben und bewundere alle, die das so gut hinbekommen...

    Liebe Grüsse,
    Monster

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  14. Ich weiß, ob es das ist, was du/man erwartet. Aber ich finde

    "dass ich uns jetzt selber einen Waffelteig mitbringen muss - aber der wird so verdammt gut sein, dass niemand einen Unterschied schmecken wird und vielleicht kann ich den veganen Waffelteig für alle ja dann nächstes Weihnachten durchsetzen- (...)."

    ist der beste Satz von allen. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es ist. Aber ich finde diesen leichten Schimmer an 'Hoffnung' gut. Ich würde es immer wieder versuchen. Ich zeige gerne meiner Familie, was ich esse, was schmeckt und schmecken kann. Und dein Rezept ist es bestimmt wert. Auch, wenn es vielleicht für dich nichts wofür zu kämpfen gibt, würde ich nicht aufgeben.

    Und die Waffeln würde ich auch mal gerne probieren :)

    LG

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  15. Danke liebe Zombiekatze übrigens fürs Mund-wässrig-machen. Ich habe vorhin ein Waffeleisen bestellt und werde, sobald es da ist, dein Waffelrezept nachmachen. :P

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  16. Du hast absolut recht mit dem was du schreibst.

    Ich arbeite im sozialen bereich und dort essen wir gemeinsam mit den Bewohnerinnen.
    Gestern beim Abendessen wurde mir das wieder sehr deutlich. Sämtliche Wurst und Käsearten standen zur Auswahl. Ich am Tisch mitten dabei, um mich rum meine veganen Sachen (paprikaaufstrich, Avocado, Sojamilch ... manchmal Ersatzprodukte)

    Zuhause ist alles zu 95 % vegan, mein Omnifreund zieht da so ganz gut mit. Aber auf der Arbeit sieht es halt anders aus. Da müssen wir durch. Die Bewohnerinnen nehmen mich mit meiner Ernährung so hin.... anders rum auch so.
    Ich freue mich wenn sie probieren wollen und es lecker finden und mein gekochtes MIttagessen nicht verweigern sondern alles aufessen.

    Weihnachten wird so aussehen, dass wir heilig Abend woanders essen. Für mich gibts die "vegane Extrawurst" und am 1. Feiertag laden wir selber ein und es wird komplett vegan.
    Nehmen halt auch alle hin... Ich bin gespannt :)

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  17. Ich merke auch, dass ich ab und an in einer "Blase" lebe, denn mich schockiert dann das Zusammentreffen mit Hardcore-Fleischessern immer enorm. Und davon gibt es in meinem Umfeld einige. Das geht soweit, dass es regelrecht zu Wutausbrüchern führt, wenn es zu bestimmten Anlässen kein Fleisch gibt. Als würde davon die Welt untergehen.

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  18. Der "emotionale Wert" der Waffeln scheint in deiner Familie ja sehr groß zu sein. Ich kann mir vorstellen, dass du deine Familie von deinen Waffeln überzeugen kannst, wenn sie sich live vom Geschmack überzeugt haben. Vielleicht klappt es dann ja wirklich nächstes Jahr! Ansonsten kannst du wirklich froh sein, dass du ansonsten in deiner veganen Seifenblase lebst. Ich habe keine einzige Freundin, die vegan oder vegetarisch lebt :/ Meine Mama findet meine vegane Ernährung auch "zu extrem", obwohl sie sich sonst auch sehr für gesunde Ernährung interessiert.. Ich bin sehr froh, dass wir uns endlich auf ein Weihnachtsmenü geeinigt haben. Bald ziehe ich nach Köln, vielleicht kann ich ja da einen veganen Bekanntenkreis aufbauen. Ich habe gesehen, dass es jetzt bei wg-gesucht sogar schon die Sucheinstellung "vegan" gibt, das wäre schonmal ein Anfang :)

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  19. " In dieser veganen Seifenblase kommt mir meine Ernährungsweise total normal und alltäglich vor - aber manchmal muss ich sie dann verlassen und dann trifft mich die Realität mal wieder voll ins Gesicht."

    Definitiv.

    Ich denke, dass mit dem "man kann denen doch nichts veganes zumuten" trifft es.

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  20. Mir wurde neulich von einer Kollegin entgegengeschleudert, ich wäre verzogen und wolle mich in den Mittelpunkt spielen. Das alles weil ich darum gebeten habe, dass man mir Tofuaufschnitt mitbringt, wenn für ein gemeinsames Frühstück eingekauft wird. Das hat mich wirklich enttäuscht. Ich möchte mal wissen ob Sie mich als Muslima, Hindu oder Lactoseintolerante auch so genannt hätte.

    Und ich bin wirklich niemand, der ständig Leute bekehren will.

    Philosophisch betrachtet ist Essen wohl eine der egoistischsten Eigenschaften des Menschen (weil es das Überleben der Sippe sichert)und wie kann man sich da nur freiwillig herausnehmen und auf Teile dessen "verzichten". Leider haben Menschen auch schon immer Emotionen als Druckmittel eingesetzt ("Was du isst das nicht, das habe ich doch mit Liebe zubereitet") Egoistisch halt.

    Das ist echt kein einfaches Thema. Besonders an Weihnachten, wenn ohnehin alle emotional aufgeladen sind. Sollen Sie lieber mal ihr emotional-egoistisches Denken abschalten und Emotionen für das entwickeln was auf ihrem Teller liegt und vorher gelebt und gelitten hat.

    Alles Liebe :)

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  21. Liebe Zombiekatze,

    Ich lese deinen Blog auch schon eine Weile und muss sagen, dass ich immer mit einem neidischen Auge auf die zahlreichen Events und Möglichkeiten schiele, die du uns hier schilderst. Ich bin seit 5 Jahren Veganerin, war davor 4 Jahre Vegetarierin und ergo bin ich in der Ernährungsweise sehr versiert. Da ich aber auf dem Land aufgewachsen bin (5 000 Seelenkaff) und daran gewöhnt bin, weit und breit mal so überhaupt nichts veganes zu kennen, Restaurant- oder einkaufstechnisch, exisitert die von dir geschilderte Seifenblase bei mir nicht. Das Problem dass du schilderst kenne ich daher nicht. Ich kämpfe seit 5 Jahren gegen jede Art von Kritik an meiner Lebensweise - Es hat 3 Jahre gedauert, bis mein Dad verstanden hat, dass ich das durchziehe. Drei verdammte Jahre in denen ich das von dir geschilderte Weihnachtsessenproblem bei _jedem_ Essen hatte. Es war vollkommen irrelevant wie viel und wie gut ich vegan gekocht, gebacken, etc. habe, es war immer ein 'Spleen' der nicht nachvollziehbar war.
    Ich kenne nicht einen einzigen Veganer außer mir näher, nicht mal seit ich ausgezogen bin.
    Nichtdestotrotz liebe ich meine Familie und ich bin gern mit ihnen unterwegs. Auch beim Essen. Mir ist es sehr wichtig, dass MIR niemand reinredet, in das was ich esse. Aus diesem Grund rede ich auch niemand anderem hinein. Ich kann es nicht brauchen, wenn jemand mich beim Essen beobachtet, entweder wissen will ob es schmeckt, ob es wirklich vegan ist (weil ich könnte ja beschummeln!!!) oder warum ich das mache. Nicht nach diesem Dauerkampf. Aus diesem Grund rede ich aber auch niemand anderem in seine Lebensweise hinein.
    Klar finde ich es schade, aber ich bin keine Reformatorin. Ich möchte, dass man seine Einstellung ändert, weil man sich selbst Gedanken darüber gemacht hat. Nicht weil man von jemandem dazu überredet wurde.

    Genieß deine vegane Seifenblase, liebe Zombiekatze (: Es gibt viele Menschen, die es sich genau so wünschen ^^

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  22. Das mit der Blase kenn ich zwar eher nicht [habe zwar ein paar fleischfreie Bekannte, allerdings sind das auch eher so lose Bekanntschaften, mit denen ich kaum zu tun hab], dafuer kommt mir das mit dem Waffelteig bekannt vor.

    Meine Oma macht, wenn ich zu Besuch komme, haeufig wegen mir Kartoffelpuffer. Fuer mich macht sie die dann natuerlich ohne Eier, aber alle anderen bekommen sie immer mit, obwohl da geschmacklich, denke ich, kein grosser Unterstied bestehen duerfte [konnte jedenfalls keinen feststellen]. Auf die Frage [nicht von mir], warum sie denn nicht einfach fuer alle welche ohne Eier mache, antwortete sie schlicht "noe".

    Meine Mutter backt auch gern mit mir vegan, aber selbst natuerlich immer nur mit Kuhmilch, Butter und Eiern - obwohl ihr die veganen Sachen nicht prinzipiell missfallen und sie auch gern mal neue Rezepte ausprobiert.

    Nun, ich hab's akzeptiert... nur als sie mal an meinem Geburtstag fuer die anderen unvegane Torte machen wollte [als waere es voellig unzumutbar, auf *meiner* Feier einmal veganes Gebaeck zu essen - war ja nicht mal so, als haette ich was gegen die von ihr bereitgestellte Kuhmilch/Kaffeesahne gesagt], fand ich das ziemlich daneben und hab das auch so geaeussert. Ob sie es letztendlich nachvollziehen konnte, weiss ich nicht.

    Aber ich glaube, ich schweife ab :þ

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