Montag, 17. September 2012

Buchreview: “Vegane Küche für Kinder” & “Schweinchen Hugo reißt aus”

Letzten Monat brachte Compassion Media 2 neue Bücher auf den Markt. 2 Bücher für vegane Kinder bzw. deren Eltern, um genau zu sein. Von diesen Büchern gibt es bisher noch nicht besonders viele, gleichzeitig ist die vegane Kinderernährung und –erziehung ein besonders wichtiges Thema. Wie bringt man seinem Kind bei, dass Tiere Freunde sind und das es vermutlich meistens etwas anderes essen wird, als seine Freunde im Kindergarten? Das Thema ist gleichzeitig außerordentlich wichtig – denn Kinder sind eben unsere Zukunft und vegane Kinder sind die Zukunft von Menschen, denen Tiere, die Umwelt und andere Menschen am Herzen liegen. Solche wichtigen und ethischen Werte zu vermitteln halte ich für total bedeutsam und wenn man dies schon von Geburt an tun kann – dann ist es doch umso besser. Ich habe mir schon oft gewünscht, ich wäre von Klein auf vegan erzogen worden – zwar habe ich noch keine eigenen Kinder, mit 23 kann ich mir ja auch noch etwas Zeit lassen, aber wenn ich mal irgendwann welche habe, dann werden sie bei mir definitiv nur veganes Essen bekommen und sicherlich nicht mit Märchen über glückliche Kühe und Hühner aufwachsen – daher finde ich solche Bücher wirklich super und finde, es sollte noch viel mehr von diesen geben!

Compassion Media hat mir Rezensionsexemplare zukommen lassen – vielen Dank! Daher möchte ich die Bücher euch jetzt natürlich gerne vorstellen:

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Fangen wir mit “Vegane Küche für Kinder” an. Geschrieben wurde es von Christina Kaldewey, ist 150 Seiten stark und kostet 18,90€. Es ist ein gebundenes Buch – das finde ich für Kochbücher grundsätzlich schon mal gut, denn meine Kochbücher müssen immer so einiges mitmachen und da tut es ihnen dann gut, wenn sie zumindest etwas stabiler sind ;) Das Format ist quadratisch gehalten, was ich persönlich total gerne mag. Schon von außen wirkt es auf mich mit den süßen aus Obst und Gemüse gebastelten Tierchen sehr ansprechend – ich denke auch, dass Kindern so etwas auf jeden Fall super gefällt.

Auch innen ist das Buch optisch schön gestaltet, zu jedem Rezept gibt es ein hübsches Foto und hier und da kleine Zeichnungen von Gemüse. Ich denke fast jeder bevorzugt Rezeptebücher mit vielen Fotos – die Bilder entscheiden nämlich meistens, ob ich mir das Rezept genauer ansehen und dann eventuell auch ausprobieren werde – der Text spielt erst an zweiter Stelle eine Rolle. Ich denke gerade bei Kochbüchern für Kinder ist das so. Auch wenn Kinder vielleicht schon ein kleines bisschen beim Kochen helfen können – oder man das Buch zumindest mit ihnen durchblättern kann, damit sie sich etwas aussuchen können – lesen können sie dann ja noch nicht unbedingt und so sind aussagekräftige Bilder hier umso entscheidender.

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Inhaltlich deckt das Buch ziemlich viel ab und wird vermutlich vielen werdenden oder jungen Eltern, die ihr Kind vegan ernähren wollen eine große Hilfe sein. Es beginnt mit Infos über die wichtigsten Nährstoffe (Eisen, B12 usw.) und enthält ergänzend dazu hinten im Buch noch eine mehrseitige Tabelle mit Infos über die einzelnen Nährstoffe, mit Angaben dazu, in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind, wofür sie wichtig sind und welche Mengen ein Kind erhalten sollte (dies ist in verschiedene Altersstufen unterteilt).

Außerdem bietet das Buch neben den Rezepten Tipps dafür, wie man kranke Kinder am besten ernähren kann und was man z.B. für einen Kindergeburtstag zaubern könnte oder wie man sich verhalten könnte, wenn das vegan lebende Kind zu einem nicht-veganen Fest eingeladen wird. Zusätzlich gibt es noch ein paar Interviews mit Eltern vegan lebender Kinder.

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Die Rezepte selber sind in diverse Kategorien unterteilt – es beginnt mit Rezepten für selbstgemachten Babybrei (und vielen generellen Tipps zum füttern mit Brei) und geht dann über zu “normalen” Rezepten, die in Kategorien wie Fingerfood, Hauptspeisen, Aufstriche, Gebäck usw. unterteilt sind. Bei jedem Rezept ist angeben, ab wie viel Jahren es geeignet ist, wie lange die Zubereitung etwa dauern wird und wie viele Portionen es ergeben wird.

Auch wenn ich Laie bin – mir erscheinen die Rezepte allesamt als sehr kindgerecht. Damit meine ich: Gesund und mit Zutaten, die Kindern auch besonders gut schmecken. Von Nudelsalat über Lasagne und diverse Suppen bis hin zu Müslipfannkuchen, einem Rezept für ein eigenes Lebenkuchenhaus (toll!) und viele Brotaufstriche ist wirklich alles dabei. Die meisten Rezepte sprechen auch mich aus Erwachsene sehr an und was ich bisher ausprobiert habe war köstlich.

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Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen, egal ob ihr schon Kinder habt, bald welche bekommt oder auch momentan noch gar keine plant, aber vielleicht einfach nur interessiert seid und wie ich auch Kinderbücher und kindgerechte Rezepte einfach selber total gerne mögt ;) Von mir eine klare Kaufempfehlung!

Weiter geht es mit dem nächsten Buch – in diesem Fall eine Geschichte für Kinder – “Schweinchen Hugo reißt aus”. Geschrieben von Alexander Bulk ist es ebenfalls gebunden, ist 70 Seiten stark und kostet 13,90€

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Das kleine Schweinchen Hugo lebt mit seiner Mama und anderen Schweinen zusammen in einem Stall. Es ist ein neugieriges Schweinchen und so kann es nicht verstehen, warum es nicht hinaus darf um die Welt zu erkunden und sich im Schlamm zu wälzen und man es stattdessen einsperrt und durch Gitterstäbe von seiner Mama trennt. Als er eines Tages erfährt, dass alle Schweine irgendwann abgeholt und dann vom Menschen gegessen werden und dies auch seiner Mama passiert, beschließt Hugo gemeinsam mit den anderen Schweinen zu flüchten.

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Ich finde die Geschichte wirklich niedlich und vor allem kindgerecht erzählt. Sie ist gewaltfrei, wenn auch manchmal ziemlich traurig, aber die Geschichte dient ja eben dazu, Kindern zu erklären, was auf Bauernhöfen wirklich geschieht und warum sie und ihre Eltern eben kein Fleisch essen. Die Wahrheit ist verdammt traurig, aber Alexander Bulk schafft es meiner Meinung nach sehr gut, sie so zu verpacken, dass man Kindern nicht gleich unnötig Angst macht, aber auch nichts beschönigt. Das finde ich sehr wichtig. Das Buch enthält natürlich viele Bilder, die ich wirklich schön und niedlich gezeichnet finde. Sie ergänzen die Geschichte perfekt.

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Im Anhang des Buchs befinden sich ein paar kleine Geschichten über einige Schweine, die auf Hof Butenland oder dem Antitierbenutzungshof leben sowie ein paar vegane Rezepte. Ich finde es schön, dass Kindern damit gezeigt wird, dass man auch selber etwas dafür tun kann, dass Schweine nicht als Wurst enden müssen und das es auch Orte gibt, wo Schweine ein glückliches Leben führen können.

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Das Buch wird für Kinder ab 6 Jahren empfohlen und ich schätze, das kommt auch ganz gut hin, aber ich denke wer selber Kinder hat, wird bestimmt am besten einschätzen können, ab wann sein eigenes Kind reif für eine solche Geschichte ist.

Auch dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen, es ist total niedlich und vermittelt Kindern auf eine altersgerechte Weise viel Wahrheit. Hätte ich es nicht schon, so würde ich es mir auch kaufen, selbst wenn ich später nie Kinder haben wollte, so süß finde ich es gemacht.

Insgesamt hat Compassion Media damit also meiner Meinung nach 2 äußerst gelungene vegane Kinderbücher herausgebracht – bitte mehr davon :)

Kommentare:

  1. Das sind ja wirklich super-schöne Bücher! Es freut mich sehr, dass der Markt langsam auch vegane bzw. gesellschaftskritische Bücher für Kinder hervorbringt.

    Ich bin auch erst 23 und mache mir um eigene Kinder noch nicht viele Gedanken. Ich wüsste auch nicht, ob es auf eine vegane oder doch eher auf eine vegetarische Ernährung hinauslaufen würde, weil mein Freund omnivor ist und glaube ich auch ein Wörtchen mitzureden wünscht.

    Allerdings habe ich schon öfter gedacht, dass eine vegane Erziehung sehr leicht nach hinten raus gehen kann. Es ist doch oft so - werden die Kinder christlich erzogen, werden sie später Atheisten. Werden sie bieder erzogen, werden sie Punks, Kinder von Tierschützen werden Fischer in Großkonzernen etc. Es gibt genügend Beispiele dafür und ich denke, es ist sehr schwierig, das richtige Maß zu finden, um die Kinder später nicht in die komplett entgegengesetzte Richtung zu treiben.

    Ich bin echt froh, dass ich noch einige Jahre Zeit habe, bis ich diese Aufgabe lösen muss!

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  2. Vielen Dank für die beiden Rezensionen (:
    Ich bin vor ein paar Monaten Tante geworden & da finde ich vor allem das zweite Buch sehr interessant, sollte ich in ein paar Jahren mal gefragt werden, warum ich eigentlich kein Fleisch, Eier, etc. esse.

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  3. Ich finde die beiden Bücher toll, soweit ich das aufgrund der Rezensionen beurteilen kann. Auch wenn ich so bald keine Kinder haben will (bin auch erst 24)muss ich mich beherrschen, dass ich die bücher nicht sofort bestelle :)
    LG Martina

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  4. Wow, das klingt ja nach wundervollen Büchern für Eltern oder Leute, die es einfach interessiert (: "Schweuinchen Hugo reißt aus" klingt nach einer tollen Möglichkeit, dieses Thema kindgerecht zu übermitteln. Ich hätte aber die gleiche Sorge wie Jacy, dass meine zukünftigen Kinder erstrecht keine Veganer sein wollen, wenn ich sie so erziehe. Aber ich denke, da spielt die Art der Erziehung und das generelle Klima in der Familie eine wichtige Rolle. Wenn mein Kind zum Beispiel auf einen Geburtstag gehen würde, würde ich ihm nicht verbieten, ein Stück Torte zu essen.
    Und die Obst- und Gemüsetierchen sind ja einfach zum knuddeln<3

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  5. Frau Schäfchen, ich denke, wenn man sein Kind so erzieht, dass es von Anfang an Respekt Tieren gegenüber hat, dann möchte es auch gar kein Stück unvegane Torte essen. ;) Weil es als Lebensmittel einfach nicht in Frage kommt.

    LG,
    Monster

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  6. Ich denke, da hast du recht. Allerdings muss man auch bedenken, dass es für kleine Kinder vielleicht noch nicht so leicht zu verstehen ist, warum und wann eine Torte jetzt vegan ist und wann nicht. Sie können sich ja auch noch nicht so gut artikulieren und wenn sie dann jemanden danach fragen, ob die Torte vegan ist, könnte es missverstanden werden - oder den Erwachsenen ist es einfach egal und sie sagen einfach "Ja" damit Ruhe ist - gibt es leider alles.
    Ich denke, dass es etwas anderes ist, wenn man Menschen von Anfang an Respekt anderen Lebewesen gegenüber anerzieht. Ich denke das kann man mit irgendwelchen Geboten einer Bibel oder anderen Dogmen nicht so vergleichen und ich schätze, dass die meisten Kinder dagegen nicht rebellieren würden - man darf es aber auch nicht übertreiben. Verbieten würde ich meinem Kind das konsumieren tierischer Produkte ab einem gewissen Alter nicht, ich würde sie ihm nur nie kaufen oder zubereiten. Aber verbieten würde ich es ihm nicht, wenn es mal Torte von einem Freund essen will oder so. Ich stelle es mir auch schwer vor, da den richtigen Grad zu finden, aber denke schon, dass es mit viel Einfühlungsvermögen möglich ist.

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  7. die bilder sind wirklich süß gehalten. wann kommst du vorbei und kochst mit mir? ;)

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  8. Hallo,

    dies ist eine sehr tolle Seite

    lg Corinna

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