Freitag, 10. August 2012

Gedanken zum Feminismus - wie ich ihn sehe.

Feminismus - ein Thema mit dem ich mich seit etwa einem Jahr immer mehr beschäftige - wird in letzter Zeit, so scheint es mir, irgendwie besonders oft missverstanden. Ich finde das traurig. Vielleicht liegt das (unter anderem) auch an dem Wort an sich - Feminismus. Klingt ja irgendwie schon so Pro Frau und Contra Mann, oder? Genau so ist es meiner Meinung nach nicht - ich erwähne aber gleich zu Anfang, dass ich alles andere als eine Expertin für dieses Thema bin. Ich gebe einfach nur meinen absolut subjektiven Senf dazu. Da ihr das jetzt wisst, kann ich ja weiter machen. Lange Zeit wusste ich gar nicht genau, was Feminismus ist, was Feminist(inn)en wollen. Als ich dann ein bisschen dazu lernte, habe ich gemerkt, dass ich im Grunde schon immer eine kleine Feministin war. Ich musste gar nicht erst zu einer werden.

Feminismus will keine Männer unterdrücken, aus Rache für die ewige Zeiten lang unterdrückten Frauen oder was weiß ich. Es geht um ein Gleichgewicht, um Gerechtigkeit. Das betrifft Männer genau so wie Frauen. In manchen Bereichen haben Frauen mehr unter den starren Geschlechterrollen der Gesellschaft zu leiden - was sexuelle Belästigung angeht, ist es mit Sicherheit so. Natürlich können auch Männer darunter leiden, aber die Statistiken sprechen ja für sich - es kommt definitiv wesentlich seltener vor. In anderen Bereichen finde ich aber, dass auch Männer von der Gesellschaft ganz schön benachteiligt werden. Viele Männer werden in dem Glauben erzogen, sie müssten immer stark sein, immer tapfer. Dürften nie weinen oder sich mal offensichtlich hilflos fühlen. Ich habe natürlich nichts gegen starke, tapfere Männer, wenn sie es denn wirklich sind und so sein wollen. Aber wenn ein Mann sich schwach und traurig fühlt, dann muss er das gleiche Recht haben, dieses zu zeigen, zu weinen und um Beistand zu bitten, wie Frauen das meistens ganz selbstverständlich tun. In vielen Bereichen "dürfen" (damit meine ich, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist) Frauen ihre Persönlichkeit (auch optisch) inzwischen viel freier ausleben als Männer. Wir dürfen unsere Haare lang oder kurz tragen. Wir dürfen alle Farben tragen, dürfen Hosen oder Kleider tragen, "dürfen" auch den meisten als eher typisch männlich geltenden Hobbys nachgehen, ohne dafür schräg angesehen zu werden - oft finden Männer es ja sogar gerade toll, wenn eine Frau sich für Fußball oder Autos interessiert. Andersrum wird es schon schwieriger. Ein Mann mit längeren Haaren, der gerne weibliche Farben trägt, vielleicht sogar Röcke oder bunte Muster in der Kleidung mag und sich fürs Stricken interessiert? Ich denke man kann sich vorstellen, was ein Großteil der Gesellschaft davon halten würde.

Was ich damit sagen will - Feminismus, wie ich ihn verstehe, will dieses Ungleichgewicht ausgleichen. Es ist für Männer gleichermaßen bedeutsam wie für Frauen. Es ist genau so schlimm, kleinen Mädchen einzureden, sie seien schwache Prinzessinen, als kleinen Jungs zu erzählen, dass echt, starke Jungs immer tapfer wären und niemals Angst haben dürfen. Beides finde ich gleichermaßen schrecklich und mag mir gar nicht ausmalen, was das psychisch schon bei unzähligen Menschen angerichtet hat.

Warum geht das Bestreben, dieses Ungleichgewicht zu beenden dann vorwiegend von Frauen aus, warum heißt es Feminismus? Ich denke die Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen sind in vielen Fällen einfach offensichtlicher und auch schwerwiegender. Das Frauen oft schlechter bezahlt werden lässt sich nun mal relativ einfach feststellen und ein Opfer Sexueller Belästigung werden wiegt vielleicht subjektiv empfunden einfach schwerer, als die meisten typischen Ungerechtigkeiten gegenüber Männern. In vielerlei Hinsicht haben Männer die Macht in unserer Gesellschaft - und ein Streben nach größerer Gerechtigkeit geht eben meistens eher von "unten", also denen, die weniger Macht haben aus, als von denen, die davon sozusagen profitieren. Ich will damit auch gar nicht sagen, dass alle Männer bewusst und absichtlich Frauen unterdrücken. Mag vorkommen, aber in vielerlei Hinsicht ist das nicht so. Die gesellschaftlichen Strukturen geben das oft einfach so vor, man wird in diese Welt hineingeboren und mit diesen Werten und Normen aufgezogen und darin dann etwas falsches, kaputtes zu erkennen erfodert eben einiges an Mühe - viele kommen gar nicht erst auf den Gedanken und wenn er ihnen von außen nahe gebracht wird wirkt er erst oft sehr abwegig und falsch.

Auch wenn es oberflächlich gesehen fast nur Frauen sind, die sich mit Feminismus befassen und ihre Stimme gegen unfaire Geschlechterrollen erheben - das Thema ist für Männer wie für Frauen gleichermaßen wichtig und bedeutsam. Nur fällt es Männern vermutlich viel öfter schwer, sich dessen bewusst zu werden. "Ich will nicht immer für stark gehalten werden, ich will auch mal schwach sein dürfen" sagt sich schwerer als "Ich kann viel mehr, als man mir zutraut. Ich bin kein schwächliches Püppchen." Macht die einem zusteht einzufordern ist einfacher und wahrscheinlicher, als zu viel Macht die man hat, bereitwillig abzugeben.

Es geht mir auch gar nicht so sehr darum, für ein Geschlecht typische Dinge, Interessen, Eigenschaften usw. zu verurteilen. Männer und Frauen sind biologisch, hormonell usw. nicht genau gleich, aber die wahrgenommenen Unterschiede sind viel geringer und weniger schwerwiegend, als gemeinhin geglaubt wird. Vielleicht interessieren sich durchschnittlich wirklich mehr Frauen fürs Stricken und mehr Männer fürs Motorrad fahren. Vielleicht. Vielleicht wird dies aber auch zumindest teilweise durch die bereits bestehenden gesellschaftlichen Zwänge so moderiert. Man sollte es jedenfalls nicht verurteilen, wenn jemand sich entsprechend eines Geschlechterklischees verhält - ich bin eine Frau und koche, backe, bastle und stricke gerne. Mag Kerzen und Deko Kram usw. Genau so liebe ich aber auch blutigste Zombiehorrorfilme, fasse Spinnen und Nacktschnecken mit der Hand an und würde mich jederzeit lieber mit einem Hund im Wald im Schlamm wälzen als mit Freundinnen shoppen zu gehen. Mein Freund interessiert sich fürs Programmieren, kann mein Fahrrad und meinen PC besser reparieren als ich und trinkt gerne Bier - "typisch Mann"? Genau so aber ist er Vegetarier (bzw. fast Veganer) - eine Eigenschaft, die oft ja als völlig unmännlich angesehen wird, interessiert sich nicht die Bohne für Fußball (was ich sehr gut finde^^) und kocht sehr gerne. Wir alle haben Eigenschaften, in denen wir den Geschlechterklischees entsprechen - das ist aber auch gar nicht schlimm, denn wir sind ja auch nicht alle genau gleich und es gibt, auch statistisch gesehen, gewisse Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Wichtig ist zu wissen, dass man sich freiwillig für seine Interessen und Hobbys entscheidet. Das es keine Zwänge gibt und man eine Sache nicht deswegen macht, weil "man es als Frau ja so machen muss", sondern weil es einem einfach Spaß macht. Es geht nicht darum, dass Männer und Frauen genau gleich gemacht werden müssen, sie müssen nur die gleichen Rechte, Chancen und Möglichkeiten haben, was sie dann damit machen, erscheiden sie individuell, jeder einzelne Mensch für sich.

Viele Feministinnen treten nach außen hin für Otto Normalverbraucher sicherlich etwas radikal auf. Ist ja bei Veganern nicht anders. Natürlich gibt es unter Feministinnen auch Negativbeispiele von Frauen, die offen das Matriachat fordern und Männer hassen. In allen (Rand)Gruppen gibt es irgendwelche Spinner, die am lautesten schreien und das öffentliche Bild dieser Gruppe leider sehr ins negative verzerren. Das ist beim Veganismus auch so, gerade da sogar. Die, die am lautesten schreien und dem "gemeinen Volk" am negativsten auffallen, die bleiben im Gedächtnis hängen. Die anderen leider kaum.
Gerade deswegen ist es so wichtig, ein bisschen tiefer zu graben. Nicht alle Feminist(inn)en sind gleich, nicht alle haben genau die gleichen Vorstellungen davon, was sich in der Gesellschaft eigentlich ändern sollte. Manche hassen Männer vielleicht wirklich. Manche verurteilen jede Frau, die gerne heiraten will oder mal für ihren Mann kocht (und lassen dabei außer acht, dass der Mann ja vielleicht auch sehr oft kocht oder dafür andere Dinge im Haushalt tut). Manche sind genau so engstirnig und eingefahren, wie Leute, die so sehr gegen Feminismus, Veganismus usw. wettern, ohne eigentlich verstanden zu haben worum es geht. Die meisten sind aber nur Menschen, die sich eine gerechte Welt wünschen, in der jeder so frei leben kann, wie er will (ohne dabei andere in ihrer Freiheit einzuschränken!) und in der niemand Unterdrückt wird - weder Männer noch Frauen.

Wahre Gerechtigkeit - das ist für mich persönlich Feminismus. Und kein aufgezwungenes Gleichmachen der Geschlechter.

Kommentare:

  1. Zombiekatze, bin da eigentlich genau deiner Meinung.

    Was ich persönlich noch erwähnen würde weil es mich ziemlich nervt: Das Feminist oder Feminismus negativ ansehen, oder sogar als Schimpfwort verwendet wird. Als Frau zu sagen man ist keine Feministin klingt schon seltsam, man will also ungleiche Behandlung die oft einfach nur ungerecht, willkürlich oder beleidigend ist?

    Genauso finde ich es unmöglich wenn jemand behauptet "sowas brauchen wir nicht, ICH fühle mich gleichberechtigt". Feminismus ist für mich URSPRÜNGLICH kein Egoding, sondern man sollte auch an Frauen denken die wirklich ein schlimmes Leben haben, eben nur weil sie Frauen sind.

    Und wie du schon erwähnst, die feministischen Ziele sind eher ein "Gleichberechtigung für alle" Davon muss man sich nicht angegriffen fühlen.

    Die ganz normale feministische Frau/Mann will einfach nur keine ungerechte Behandlung aufgrund des Geschlechts in der Hose. Und diese Menschen sind in der Überzahl.

    Das Feinbild Feminist ist meiner Meinung nach künstlich hochgepusht.

    Im Prinzip wollen doch die meisten Leute das gleiche. Viele Frauen sind von ihren Ansichten her Feministinnen, aber würden sich niemals so nennen weil der Begriff negativ belastet ist.

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  2. Ahhh, schaffs grad noch nicht, alles zu lesen, will aber schon Gedanken loswerden ;)

    Männlichkeit und Weiblichkeit sind gemachte Konzepte. Vor allem funktionieren sie als Gegensätze. Männlichkeit (Stärke etc.) = ganz toll, Weiblichkeit (Schwäche, Gefühle etc.) = nicht so toll, wird nicht ernstgenommen (muss man uA. auch im Zusammenhang mit dem Kapitalismus denken.) Deswegen werden Männer eher sanktioniert, wenn sie aus der Rolle fallen, als Frauen, weil Männlichkeit als besser dargestellt wird. (Warum ist zB "Mädchen" ein Schimpfwort?)
    (Geschlechtsspezifische) Sozialisation setzt sehr früh ein (ab der Geburt!), deswegen ist es schwierig, herauszufinden, was "biologische" Unterschiede sind. (Verhalten kann sich zB auch im Hormonspiegel niederschlagen usw.) Spannend wirds, wenn wir das dekonstruieren und mal Fragen, ob es wirklich nur Männer und Frauen gibt ;)

    Ich empfehle "living dolls" von Natasha Walter, kann mir vorstellen, dass dir das gefällt :)

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  3. PS, ich bin die Dani, die du kennst, kann mich nur grad nicht einloggen^^

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  4. Ein toller Post! Bringt alles auf den Punkt.

    Einen ähnlichen, leider seeeehr langen Blogpost habe ich im Juni verfasst.
    http://www.brummelbrot.blogspot.de/2012/06/die-anti-emanze.html

    Allerdings eben aus einem anderen Blickwinkel heraus.
    Während ich von anderen Bloggern Zuspruch bekam, erhielt ich zum Teil daraufhin bitterböse E-Mails. Auf die Frage hin, weshalb sie ihre Standpunkte nicht öffentlich in die Kommentarfunktion schreiben, erhielt ich von einer Person die Antwort, sie wolle sich "auf mein weltfernes Niveau nicht herab lassen".

    Traurig sowas.

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  5. "Was ich damit sagen will - Feminismus, wie ich ihn verstehe, will dieses Ungleichgewicht ausgleichen. Es ist für Männer gleichermaßen bedeutsam wie für Frauen."

    Ich finde das ist auch für mich der ideale Feminismus - ein Ausgleich des Ungleichgewichtes. Und wenn Feminismus so wäre, würde ich ihn auch ausnahmslos unterstützen.

    Leider gibt es im Feminismus auch allerhand Strömungen und Einzelpersonen, die das ganz anders sehen. Ich wurde erst heute wieder mehrfach virtuell beschimpft, weil ich offen gesagt habe, dass meiner Meinung nach Sexismus für Männer UND Frauen eine gefährliche Sache ist.
    Leider ist mir sowas in den letzten Monaten sehr häufig begegnet... Beleidigungen und Lästereien, jedes Mal wenn ich angemerkt habe, dass nicht nur Frauen diskriminiert werden.

    Ich weiß, dass das wohl nur Ausnahmen sind, und die schwarzen Schafe unter den Feministen sich besonders geschickt in den Vordergrund drängen... Beim Veganismus ist das ja nicht anders, da denken viele Menschen ja auch direkt an die radikalen Freaks. Aber man ist schon etwas gehemmt, sich mit einem Thema oder einer Bewegung auseinanderzusetzen, wenn man permanent in dem Zusammenhang angegriffen und niedergemacht wird.
    Ich hoffe ja, dass das nur eine aktuelle Welle von Troll-Feministinnen ist, die schnell wieder abschwächt - damit die Menschen, die sich vernünftig damit beschäftigen, nicht total überschattet werden.

    Letzten Endes ist es so, wie bei allen Bewegungen, die die Gesellschaft verändern wollen: Aufklären ist gut. Missionieren nicht. Ich bin dankbar, wenn feministische Problemstellungen offen angesprochen und in das Bewusstsein der Menschen gebracht werden... Aber es bringt nichts, jeden anzugreifen, der die vorgefertigten Meinungen nicht eins zu eins übernimmt.

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    1. "wenn feminismus so wäre"... was soll das denn heißen? das IST Feminismus.

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  6. es gibt viele unterschiedliche feministische strömungen mit teilweise völlig unterschiedlichen ansätzen und zielen.
    die gleichheit zwischen frau und mann, die du - wie ich es jetzt verstanden habe - als beseitigung von ungerechtigkeit bezeichnest, ist nicht das ziel aller dieser strömungen. ich z.b. würde mich als gynozentrisch-radikale feministin bezeichnen, wobei gynozentrisch bedeutet, daß ich die frau in den mittelpunkt meiner betrachtungen setze, und radikal, daß ich versuche, "von der wurzel her" zu denken, was mit der kritik an unserer gesellschaftsform als solcher zusammenhängt. für mich stellt sich die frage danach, welche bedürfnisse männer haben oder welche prägungen sie aus ihrer erziehung oder durch die gesellschaft erhalten, nicht, weil ich finde, daß männer sich darüber selbst ihre gedanken machen müssen. wir frauen sind so darauf gedrillt, uns ständig den kopf unserer väter, brüder, partner, söhne, chefs, trainer, nachbarn zu zerbrechen, daß wir uns oft gar nicht bewußt sind, daß wir dem patriarchat in all seinen ausprägungen ständig zuarbeiten. zu dialogen mit reflektierten männern, die sich selbst auf den weg gemacht haben, bin ich gern bereit, aber ich weigere mich rundweg, sie auf den weg zu schicken oder ihnen in irgendeiner form das denken und handeln abzunehmen. das hat übrigens nichts mit männerhaß zu tun, sondern mit der überzeugung, daß menschen sich nur dann erkennen und sich befreien können, wenn sie selbst aktiv werden.

    was mir nicht so gut gefällt, ist dieser satz: "Natürlich gibt es unter Feministinnen auch Negativbeispiele von Frauen, die offen das Matriachat fordern und Männer hassen". du wirfst hier dinge in einen topf, die nicht zusammengehören (ich vermute jetzt einfach mal, daß du das matriarchat für eine gesellschaft hältst, in der frauen männer unterdrücken, right?). das bild, das gemeinhin von matriarchaten gezeichnet wird, ist falsch. matriarchale gesellschaften sehen nicht so aus, daß die frauen darin männer unterdrücken und sie als sklaven halten. das wäre einfach ein umgedrehtes patriarchat. im matriarchat hat jeder mensch seinen platz und seinen ur-eigenen seins-wert, d.h. das matriarchat ist eine tatsächlich egalitäre gesellschaft. jeder/r hat eine stimme: die frauen, die männer, die alten, die kranken, die behinderten, die kinder - also auch diejenigen, die im patriarchat unterdrückt und nicht gehört werden. darüber, daß der begriff matriarchat irgendwie unglücklich ist, weil er wie patriarchat klingt und damit auch die assoziationen hervorruft, die mit dem patriarchat verknüpft sind - wenn auch mit umgedrehten vorzeichen -, ist schon viel diskutiert worden, allerdings hat bisher noch keine einen weniger irreführenden begriff gefunden, der sich durchgesetzt hat. matriarchate sind konsensgesellschaften und heide göttner-abendroth hat sie als "regulierte anarchien" beschrieben. lange vor den pharaonen gab es übrigens matriarchale hochkulturen (z.b. catal hüyük, malta), aber dieses wissen kommt "irgendwie" in keinem geschichtsbuch vor...

    nun ja, ich jedenfalls halte das matriarchat für die bessere gesellschaftsform und hasse keine männer (wieso auch? ich lebe mit gleich zweien zusammen und habe einen sohn).

    ich blogge übrigens auch über diese themen.

    liebe grüßle,

    amala

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    1. amala, ich habe mal bei Antje Schrupp irgendwo gelesen, dass die Frage nach der Existenz von Matriarchaten stark umkämpft ist. Find ich besonders spannend, weil wir in Ethnologie-Seminaren immer mal wieder diskutiieren, woher es eigentlich kommt, dass patriarchale Strukturen die Regel sind. Es gibt/gab natürlich egalitälitärere (darf man das teigenr?^^) Gesellschaften, aber sind das schon Matriarchate?

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    2. dani, ich würde dann argumentieren, wem es nutzt, wenn die existenz von matriarchaten in zweifel gezogen wird.
      fundierte literatur über matriarchate gibt es zuhauf (und daß es inzwischen auch schon bücher über die diskriminierung von matriarchtsforscherinnen gibt, finde ich obendrein ganz interessant...). ich empfehle zum einstieg das zweibändige werk "als alle menschen schwestern waren" von irene fleiss.

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    3. Wieso sollte man diese künstliche mann-frau grenze ziehen? Und wie passen da bitte andere Geschlechter rein?

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  7. Früher war es sicherlich so, dass es um eine Gleichstellung ging. Heute habe ich jedoch den Eindruck, dass sich der Feminismus zu einer "gegen Männer"-Bewegung etabliert hat, auch wenn das so offen nie zugegeben wird.
    Ich hatte im Nebenfach Gender Studies und die Leute, die darin aktiv sind distanzieren sich klar gegen den Feminismus, da dieser die Frau in den Mittelpunkt stellt und nicht mehr die Gleichstellung. Auch meine Recherchen zu meiner Bachelorarbeit haben lassen mich gegen den Feminismus Stellung beziehen. Was ich da teilweise lesen musste, haben mir die Nackenhaare aufstellen lassen. Das sexueller Missbrauch an Jungen nicht anerkannt wird, da ja "jeder Junge ein potenzieller Vergewaltiger ist" kann ich einfach nicht nachvollziehen. Das ist mir einfach zu extrem geworden.
    Auch die Zusammenarbeit mit Feministischen Organisationen hat dieses Bild nur bestätigt. Es ging um die Aufklärung über sexuellen Missbrauch an Kindern. Besagte Gruppen haben sich anschließend davon distanziert, weil wir es gewagt hatten männliche Richter und Staatsanwälte miteinzubeziehen.
    Von daher bin ich eher für die Genderbewegung, als den Feminismus der heutigen Zeit. Auch wenn wir ihm als Frau viel zu verdanken haben

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    1. Wo hast du Gender Studies studiert? Das kommt mir alles so wirr vor... Wie kann man Feminismus ablehnen nur weil einen da Unterströmungen abstoßen? Das ist als würde ich mich dem Veganismus verweigern, weil Rohköstlern nicht zustimme. Wie kann feminismus kein teil der genderbewegung sein, wenn das wort an sich nur die gleichberechtigung der frau fordert?

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  8. Ich (als Mann) kann dir nur beipflichten, du hast so Recht! Mein Vater hat auch versucht, mich nach dem Motto "Indianer weinen nicht" zu erziehen, ich habe mich dem jedoch immer verweigert. Na und? Bin ich jetzt weniger Mann, weil ich Veganer bin, lieber den ganzen Abend lang koche anstatt mit irgendwelchen hormongesteuerten Mannesgestalten abends in den Club zu gehen? Natürlich nicht! Jeder sollte wirklich gleiche Rechte haben, alles andere ist purer Unfug.

    Warum schickst du diesen Post nicht mal an unsere sog. "Familienministerin" Kristina Schröder, damit die mal merkt, was Feminismus wirklich bedeutet?

    LG

    Christian

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  9. 1:1 auch das was ich über Maskulismus denke.


    Spinner gibts überall, aber deswegen muss man nicht eine ganze Bewegung difamieren.

    LG

    Charlotte.

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  10. Danke, du hast meine Gedanken zu dem Thema sehr schön in Worte gefasst. Ich bin im Herzen eine Feministin, reibe mich aber tatsächlich an dem Begriff aus den Gründen heraus, die du eingangs erläutert hast. Darum, und weil es eben so einige radikale Spinner auf der Welt gibt, mit denen ich mich gar nicht identifizieren kann, die aber das Ansehen ganzer Gruppen prägen, distanziere ich mich lieber von diesem Begriff. Für mich ist der Grundgedanke eigentlich Humanismus, oder sollte es sein, und deshalb finde ich "Feminismus" unpassend. Humanismus beschreibt alle Formen unserer Spezies. :)

    Das Prinzip des idealen Feminismus, wie du ihn siehst und beschreibst, lebe ich, unterstütze ich, fördere ich, wo es geht, aber ich glaube, dass ich den Menschen mehr nahebringen kann, wenn ich Schlagwörter wie "vegan" oder "feministisch" nicht schon zu Beginn eines Gesprächs verwende, da viele schon in diesem Moment (traurigerweise) die Vorurteile ihre Gedanken lenken lassen und nicht mehr offen bleiben für das, was ich zu sagen habe.




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