Donnerstag, 29. März 2012

Ostereier und der Veganismus…

Ich gebe es zu, ich mag Ostern. An Ostern ist es immer schon etwas wärmer, aber noch nicht zu warm. Genau richtig eben. Die Natur erwacht langsam wieder zum Leben und als Kind hat es mir immer unheimlich viel Spaß gemacht, die kleinen Osterüberraschungen in unserer Wohnung zu suchen – das war einfach so spannend.

Wenn man vegan lebt, dann fallen aber viele für Ostern typische Dinge einfach (zum Glück!) weg – keine Ostereier mehr, die meisten Schoko-Osterhasen sind auch nicht vegan (es gibt Ausnahmen, meine Mama hat schon ein veganes Osterhäschen für mich gekauft!) und Osterlämmer werden auch nicht verspeist (obwohl ich das eh nie getan habe…)

Leben Veganer also an Ostern bzw. dem, wofür es steht vorbei? Ich denke nicht – im Gegenteil!
Ich muss dazu sagen, dass Ostern für mich gleichbedeutend mit Ostara ist, ein altes keltisches Frühlingsfest. Man feiert, dass die Tage nun wieder genau so lange sind wie die Nächte und ab nun sogar länger werden. Man feiert das Erwachen der Erde, das Wachstum und die zurückkehrende Wärme. Darum geht es mir persönlich bei Ostern – sorry, aber was Jesus an diesen Tagen getrieben hat ist mir echt so was von egal :D
Diese Symbolik, die Ostara für mich hat, ist meiner Meinung nach wunderbar mit dem Veganismus vereinbar. Hasen, Lämmer, Eier – all dies sind Symbole, die man an Ostern überall sieht - stammen eigentlich aus der vorchristlichen, heidnischen Zeit und stehen für Wachstum, Geburt und Fruchtbarkeit. Man feiert also das (neue) Leben.

Völlig damit unvereinbar ist natürlich das konsumieren dieser tierischen Produkte. Man will doch nicht ernsthaft das Leben und Wachstum feiern, in dem man Eier isst, die dann eben nicht zu Küken werden können (vom Chicken Sexing fang ich gar nicht erst an!), oder in dem man Lämmer oder Hasen schlachtet oder Hasen aus Vollmilchschokolade herstellt, für dessen Milch eine Kuh ihr Kalb hergeben musste? Leben vernichten um neues Leben zu feiern? Finde den Fehler!

Wenn einem die ursprüngliche, nicht die christliche, Bedeutung von Ostern wichtig ist und man sie gerne feiern möchte, dann kann man das eigentlich nur vegan tun. Ich habe inzwischen gar nicht mehr so viel Osterdeko, aber ein paar kleine Hasen und Eier aus Holz fliegen hier irgendwo noch rum. Das man Ostara also nur mit Symbolen feiert und die kleinen Lämmer, Hasen und Hühner in Frieden lässt, sollte klar sein.

osterzopf
Ostern vegan feiern geht wunderbar und sogar noch viel besser, da man wirklich im Sinne der alten Bedeutung dieses Festes handelt und nicht gleichzeitig zerstört bzw. aufisst, wofür das Fest eigentlich steht.

Es gibt in diversen veganen Onlineshops und zum Teil auch in Bioläden vegane Osterleckereien, der Zartbitter Hase von Lindt ist ebenfalls vegan und auch Osterzöpfe aus Hefeteig kann man ganz wunderbar vegan backen – dazu kommt auf jeden Fall vor Ostern noch ein Rezept!

Ich wünsche euch eine schöne, vegane Osterzeit!

Kommentare:

  1. schöner Artikel! Ich finde deine Ostersymbolik auch viel besser als die religiöse Jesusgeschichte ;)
    Das Brot sieht so super aus, hast du da ein Rezept? Für Ostern wäre das wunderbar :)
    Dir auch ne schöne Osterzeit!!
    LG

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  2. Wahre Worte. :) Weisst ja, dass ich es genau so sehe und handhabe.
    Liebe Grüße <3

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  3. Oh ja, bitte her mit dem Hefezopfrezept :)


    Liebe Grüße...

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  4. Wundervoller Artikel!
    Lasst uns alle Ostara feiern :)
    Auf das Rezept freue ich mich schon.
    Liebe Grüsse

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  5. Tja, ich muss sagen, mir gefällt der Artikel nicht so gut.
    Vielleicht ist es nur mein Empfinden, aber ich höre unterschwellig Folgendes heraus:
    Die christliche Tradition sei die besonders problematische, weil mit so vielen unveganen Themen verbunden etc....die „alte“/keltische aber ließe uns alles interpretieren, wie wir es gerne hätten.
    Ich habe kein Problem mit persönlichen Interpretationen, solange sie das Verständnis anderer aus dem Spiel lassen und deren Begrifflichkeiten nicht übermäßig vereinnahmen. Ostern ist das wichtigste Fest der Christen und die Etymologie des Wortes ist genauso wenig eindeutig wie die Einflüsse anderer Feste. Trotzdem ist „dieses Osterfest“ eben in erster Linie ein christliches Fest. Und ich kann verstehen, wenn Christen es anmaßend finden, von jemandem, der sich deutlich vom Christentum distanziert, die wahre Bedeutung ihres Festes vorgegeben zu bekommen.

    Für mich steht außer Frage, dass man Ostern vegan feiern kann und muss. Aber das ist eben auch nach christlichem Verständnis möglich!

    Ich möchte hier nicht rummotzen, aber ich mag dieses kollektive Einstimmen in vermeintlich religionskritische Vorurteile nicht leiden...das ödet mich mehr an.
    Wäre es nicht eine spannende Herausforderung zu akzeptieren, dass einem christliche Feste (mit Weihnachten geht es vielen Menschen so) vielleicht noch etwas bedeuten und nach einer möglichen Verbindung zu suchen, statt immer nur auf Trennung zu pochen.

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    1. Nö, so meine ich das eigentlich gar nicht. Jeder kann von mir aus gerne christlich leben wenn er das möchte und ich denke, das ist natürlich auch mit dem Veganismus vereinbar - es gibt genau so viele Heiden, die Fleisch essen. Nur kann ich persönlich mit dem Christentum einfach gar nichts anfangen. Trotzdem feiere ich gerne Ostern, eben weil das Ostern, wie es heute gefeiert wird eben zum Teil auf die vorchristlichen Frühlingsfeste wie Ostara zurück geht (wie z.B. Weihnachten oder Allerheiligen auch), jedenfalls was die vielen Fruchtbarkeitssymbole angeht - die "Jesusgeschichte" ist natürlich christlich, die ist aber eben erst später in der Geschichte der Menschheit dazu gekommen, vorher gab es ja auch schon Feste, die man mit dem heutigen Ostern vergleichen kann...Alleine der christliche Glauben kann die ganzen heutigen Ostertraditionen ja kaum erklären, was haben z.B. Eier oder Hasen die diese bringen bzw. verstecken mit Jesus zu tun? Das wurde eben meiner Meinung nach noch aus der vorchristlichen Zeit übernommen, was ja auch gar nicht schlimm, sondern eigentlich schön ist!

      Ich finde nicht, dass das christliche Ostern mit Veganismus unvereinbar ist, denn auch hier spielt ja das Thema neues Leben eine wichtige Rolle...Ich sage nur, dass ich persönlich Ostern und eben auch Veganismus nicht mit der christlichen Bedeutung dieses Festes in Verbindung bringe, weil ich eben nicht christlich bin. Aber wenn jemand christlich ist, kann er das natürlich gerne tun, ich sehe da auch kein Problem oder Widerspruch drin...

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  6. Hallo,
    ich finde es wirklich interessant, dass ein christliches Fest aus einem heidnischen entstanden ist. (Ich wusste das schon mit Ostara, hab da lange nicht mehr drüber anch gedacht.)
    Ich feier da aber auch mehr den Frühling und aus Tradition, mit dem Christentum habe ich nichts am Hut :D Aber jeder, wie er meint...
    Ostern mag ich auch gern (im Gegensatz zu Weihnachten) und freue mich da drauf. :)
    Ich finde den Absatz toll, in dem du schreibst, warum Ostereier, Milchschokohasen, Osterlamm usw. nicht mit dem Gedanken von Ostern vereinbar sind :-)
    Statt Ostereiern kann man ja auch andere Süßigkeiten verstecken :-D Haben wir bisher oft so gemacht (ich mochte noch nie so gerne Eier^^)
    Mmmh irgendwann habe ich auch mal veganen Hefezopf gebacken <3
    Viele Grüße, das Schäfchen :))

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  7. den vierten absatz feiere ich richtig hart! "finde den fehler" absolutes like! :D

    an-dreh-aaah!

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