Donnerstag, 23. Februar 2012

Freakshow - oder auch: Veganer beim Tolerance Day auf ProSieben

Am Sonntag hieß es bei ProSieben mal wieder "Tolerance Day" - dabei sollte angeblich mit unberechtigten Vorurteilen Randgruppen oder Andersartigen gegenüber aufgeräumt werden. Eigentlich ein löblicher Gedanke, aber ProSieben ist und bleibt nun mal ein Privatsender, dem es in erster Linie um Quoten geht und die erreicht man am besten indem man Freaks zeigt über die man lachen oder staunen kann - zumindest bei dem Bericht über die Veganer kam es mir so vor. Vorurteile wurden hier absolut nicht aus dem Weg geräumt, ich denke sogar es kamen eher noch neue dazu.

Gezeigt wurden die Bewohner des Antitierbenutzungshofs. Ich muss es leider sagen, sie kamen in dem Bericht extrem freakig und sehr militant rüber. Inwiefern das der Realität entspricht vermag ich aber nicht zu beurteilen. Jeder weiß ja, dass bei solchen Berichten gerne mal seeehr ungünstig geschnitten wird, es werden suggestive Fragen gestellt und Tatsachen generell einfach mal ein bisschen anders dargestellt.

Ob es jetzt also an der Berichterstattung oder an den gezeigten Veganern lag - ich glaube dieser Bericht wirft ein ziemlich negatives Licht auf Veganer und kam kein bisschen einladend herüber. Wenn ich Omni wäre, keine Ahnung von Veganismus hätte und mir den Bericht ansehen würde, würde ich sicher nicht denken "Oh, klingt ja interessant." sondern eher "WTF? Freeeaks"

Den Reporter fand ich ziemlich bescheuert und unfreundlich. Aussagen wie "Irgendwie kommt es mir so vor, als würdest du dich für was besseres halten" oder "Habt ihr denn überhaupt irgendwas mit normalen Menschen gemeinsam?" sprechen ja schon für sich. Er war überhaupt nicht daran interessiert, objektiv zu berichten, seine Meinung stand mit Sicherheit schon vorher fest. Es wurde mit keinem Wort darüber berichtet, was Veganer denn vielleicht so als Alternative tolles essen können, es wurde nicht gezeigt wir normal die meisten von uns sind. Sowas ist wirklich schade, da ProSieben ja auch schon mal einen ziemlich guten Bericht über Veganismus bei Galileo gezeigt hat und es daher theoretisch auch besser kann. Damit ist dieser Bericht jetzt also ein ziemlicher Rückschritt. Gerade wenn doch "Tolerance Day" ist, sollte es eigentlich anders laufen...

Die Veganer darf man mit Sicherheit zu den konsequenteren unter "uns" zählen. Will ich nicht veruteilen - jedem das seine, aber ich denke Omnis überzeugt man damit nicht besonders gut. Ins Fernsehen gehören daher vielleicht besser andere - wenn auch nicht gerade Attila Hildmann :D Björn Moschinski hat ja schließlich gezeigt, dass es auch noch etwas zwischen dem super militanten Freak Veganer und dem "Ich tus nur für meinen Body und den Cholesterinwert" Lifestyle Veganer gibt.

Auf dem Antitierbenutzungshof gibt es unter anderem Hühner und Schafe - die Hühner legen Eier, diese werden aber weggeschmissen. Die Schafe müssen ab und zu geschoren werden, die Wolle wird dann ebenfalls weggeschmissen oder verbrannt. Wie ich das mit den Eiern handhaben würde, weiß ich selber nicht so genau, denn ist es nicht so, dass man Hühnern ihre Eier nicht wegnehmen sollte, damit sie nicht so viele neue legen, da sie das in der freien Natur auch nicht tun würden? Und Wolle verbrennen oder wegschmeißen, warum? Verstehe ich irgendwie absolut nicht. Klar, Tiere sollen vom Menschen nicht ausgebeutet werden, aber können sie nicht in einer Symbiose miteinander leben? Die Tiere werden dort doch super versorgt und müssen ja ab und zu geschoren werden - die Wolle ist dann also da und sie dann zu verbrennen fände ich irgendwie undankbar und verschwenderisch. Blindenhunde werden auch abgelehnt - wie ich dazu stehen soll weiß ich nicht so recht. Die kleine Tochter bekommt keinen Teddy und nur Spielzeug, welches Fantasietiere wie Drachen darstellt, da sie nicht lernen soll, dass Tiere zum knuddeln da sind. Ich will darüber nicht urteilen, aber ich würde bei meinen Kindern nicht so handeln. Ich denke, dass Kinder schon relativ früh zwischen echten Tieren und Spielzeug unterscheiden können und man kann auch ein Kind, welches einen Teddy besitzt zu Respekt und Liebe gegenüber Tieren erziehen.

Insgesamt hat mich der Bericht sehr enttäuscht und aufgeregt - bereits bestehende Vorurteile wurden keinesfalls beseitigt, vermutlich sogar verschlimmert. Das liegt aber mit Sicherheit nicht nur an den Bewohnern des Antitierbenutzungshofs, sondern auch an der äußerst schlechten Berichterstattung. Wie seht ihr das?

Den Bericht könnt ihr HIER ansehen.

Kommentare:

  1. Das nenne ich mal veganes Leben mit allen Konsequenzen. Ich verstehe ihre Einstellung, auch dass Eier keine Lebensmittel für sie darstellen etc. Aber ich könnte damit nicht leben, dass Ressourcen auf den Müll wandern. Eier und Wolle könnten ja verschenkt werden. Und die Schlachthausbilder am Zaun, nunja davon kann jeder halten, was er will.
    Und ntürlich sind Veganer/innen KEINE normalen Menschen...ganz klar *augenroll*

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  2. Hey Zombiekatze,
    ich sehe das genauso. Für diesen Reporter musste ich mich ziemlich fremdschämen, er war unmöglich! Mein Freund und ich sind der Meinung, dass er wohl die Gesellschaft symbolisieren sollte (welche eben genauso auf dargestelltes reagieren würde wie er es tat).
    Auch bei anderen vorgestellten Lebensweisen hat er recht bescheidene Fragen gestellt oder hat dermaßen die Schnute verzogen, dass ich als zu tolerierender Mensch auch nur "F U" gedacht hätte. Naja, vielleicht auch gesagt.
    Wir haben den Kerl schlussendlich als intolerant abgestempelt (zumindest in seiner Funktion als Pro7 Tolerance Day Reporter).
    Ich denke auf die Veganer muss ich nicht mehr viel eingehen, dazu hast du schon alles geschrieben. Als Fleischfresser hätte ich sie ausgelacht und mich gefragt, ob "solche Menschen" überhaupt Freunde haben (Betonung darauf wie sie dargestellt wurden und womöglich garnicht sind).
    Ich kann auch nicht verstehen wie man die Produkte von Tieren wegschmeißen kann. In der Steinzeit hat man auch von und mit ihnen gelebt. Man muss sie nicht essen, aber Wolle und Eier einfach entsorgen...Ich selbst bin Vegetarierin, viele Mahlzeiten sind vegan. Wenn ich aber mein eigenes Huhn hätte, würde ich verwenden was kommt. Ich kaufe niemals Eier im Supermarkt, auch nicht Bio etc. Ich würde Eier ausschließlich von meinem personal-gaggerle-chicken nehmen ;-).
    Liebe Grüße,
    E.

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  3. Von diesem Bericht habe ich noch gar nichts gehört aber eigentlich hätte ich mir denken können, das Pro7 wieder auf die Veganer geht. Ich für meinen Teil frage mich, was Veganismus beim ToleranceDay zu suchen hat? (O_o) Das allein erweckt für mich schon den Eindruck, wir seien alle Gestörte. 'Das sind Veganer, die sind wahnsinnig aber deswegen müssen wir sie trotzdem akzeptieren und in unsere Gemeinschaft eingliedern' alles klar.

    Der Bericht selbst (ich bin noch nicht ganz durch) war wie erwartet nicht gerade prickelnd und für die Frage: 'gibt es etwas das ihr mit normalen Menschen gemein hatb' würde ich dem Reporter gerne verbal oder non-verbal eins überbraten. Ich bin noch selten einem Menschen begegnet, den ich als 'normal' betiteln würde - ich für meinen Teil halte mich aber auch für tolerant genug, Menschen nicht in 'normal' und 'unnormal' einzuteilen.
    Bei jedem dieser Berichte juckt es mich so in den Finger dem Sender zu schreiben: 'Ich habe keine Ahnung wo ihr eure Leute immer aufgabelt, aber ihr könnt mal bei mir vorbeikommen und mir bitte sagen, ab welchem Punkt mein Leben ach so krass daneben ist, nur weil ich vegan lebe.' Die Blicke die ich ernte wenn nach einiger Zeit die Sprache darauf kommt, dass ich Veganerin bin sagen aber schon alles aus.

    Die grundlegende Einstellung dieses Hofes finde ich sehr gut, da kann man eigentlich nichts bemängeln denke ich. Nur die Umsetzung, dass sie die Wolle und die Eier wegwerfen finde ich geht zu weit. Meiner Meinung nach, könnten sie diese Eier konsumieren - wenn man schon Gänse hält, oder sie den Gänsen lassen. Aber wegwerfen? Bei der Wolle das selbe, diese Tiere werden ja nicht gehalten um diese Produkte zu bekommen, sie wurden vor Jahren so gezüchtet.
    Diese Bilder am Zaun befürworte ich! Diese Gesellschaft sieht es als 'normal' an Fleisch zu essen, aber kommt nicht damit klar, Bilder von Schlachthöfen zu sehen? Das ist erbärmlich.

    Bei der Sache mit den Kuscheltieren kam ich ins Grübeln, aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich würde meinem Kind eher einen kleinen Stoffbären geben, als einen Drachen. Ich hatte selbst 'tierische' Kuscheltiere und bin auch Veganerin (Oo)

    Ich habe mich bei diesem ToleranceDay aber schon herzlichst über dieses K-Pop-Umstyling amüsiert, daher weiß ich dass Pro7 wohl so gut wie jeden Beitrag absolut versaut hat. :P

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  4. Alleine der Begriff "Toleranz" ist schon total irreführend. Man toleriert etwas, was einem eigentlich überhaupt nicht in den Kram past, nur um des lieben Friedens willen. Was wir brauchen, und zwar besonders gegenüber (diskriminierten) Minderheiten sind Respekt und Offenheit. Mit "Toleranz" wird nur das Konzept der Andersartigkeit und dieses "Wir (die besseren, die normalen) und die Anderen"-Gefühl aufrechterhalten, anstatt darüber aufzuklären, dass "Normal" eben mehr umfasst als den Otto-Normal-Durchschnitt, zum Beispiel Diversität und Pluralität innerhaöb einer Gemeinschaft.

    Und zum Bericht speziell über die Veganer brauche ich hier echt nichts mehr hinzuzfügen, da rollen sich gerade meine Zehnägel hoch ;)

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    1. Kann auch nur zustimmen. Für mehr Offenheit und Respekt!

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    2. Ich denke aber die meisten Zuschauer von ProSieben differenzieren diese Begriffe leider eh nicht deutlich genug... Für die geht es nur darum sich Leute anzusehen, die ja sooo anders sind, als alles was sie in ihrer kleinen heilen Welt so kennen und sich dann denken zu können "Gut, dass ich mit so welchen Leuten nichts zu tun habe!"

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  5. Hallo Zombiekatze,

    also ich muss zugeben das ich Tierprodukte esse, ABER ich finde diesen Reporter bzw Film UNTER ALLES SAU! D:< Es ist wohl eher so, dass der Reporter sich für was besseres hält! Ich finde so etwas aller unterste Schiene. Denn, wie du schon gesagt hast, werdet ihr jetzt noch freakiger/abnormaler hingestellt und das finde ich sehr ungerecht.
    Ich will mich langsam umstellen und weniger Fleisch essen und so. Ich meine ,dass ich aber trozdem sehr tollerant gegenüber Veganern oder Vegetariern bin.

    Was ich schade finde ist, das die Eier und die Wolle weggeschmissen werden. Wie die anderen oben schon gemeint haben, kann man es ja verschenken. Zb an Menschen die kein Geld für Essen haben oder an eine Mission.
    Im großen und ganzen bin ich enttäuscht von Pro7 aber wenn ich ehrlich bin, muss man bei denen immer damit rechnen.

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  6. Ich bin kein Veganer (nur Vegetarier seit 18 Jahren), aber dennoch finde ich die eigentliche Intention, die dahintersteht wirklich gut.
    In erster Linie geht es ja darum Tiere nicht auszubeuten und ihnen kein Leid zuzufügen, oder?

    Und genau aus dem Grund verstehe ich nicht (genau wie du) warum denn dann die Wolle verbrannt wird? Ich verstehe es auch eher wie eine Symbiose. Die Schafe brauchen die Wolle ja nicht mehr und der Mensch züchtet ja die Schafe nicht mit der Intention Wolle zu erhalten. Von daher wäre es doch legitim ein überschüssiges Produkt zu nutzen.
    (Eine andere Frage die ich mir Stelle ist eher, warum sie überhaupt Schafe und andere Tiere haben. Pferde brauchen viel Bewegung und die bekommen diese bestimmt nicht in diesem Terrain. Bewegung würde den echt nicht schaden.)

    Die Sache mit dem Drachen als Spielzeug:
    In dem Alter von ca. 2-7 Jahren befindet sich ein Kind in der präoperationalen Phase (Nach Jean Piaget) es wird von dem Animismus beherrscht und kann nicht zwischen lebendig und unlebendig unterscheiden. Von daher wäre rein theoretisch schon die Gefahr vorhanden, das Tierspielzeug auch als lebendig anzusehen. Des Weiteren ist das magische Denken vorhanden, bei dem das Kind nicht zwischen Fantasie und Realität unterscheiden kann.
    Wenn es also ein Hundespielzeug hat mit dem es kuschelt, ist die Gefahr natürlich schon sehr groß das mit der Realität zu verwechseln (eiei, wau wau).

    Dennoch finde ich das schon ziemlich übertrieben. Mann kann doch nicht das Kind von der Gesellschaft abkapseln oder in den Veganismus hineinzwingen. Früher oder später wird das Kind ja sowieso mit der "schrecklichen Realität" konfrontiert, in der eine Paris Hilton halt ihre Hunde im Tv abknutscht und auch sonst Tiere dem Menschen untergeordnet werden. Es muss selber entscheiden, ob es den gleichen Weg geht.

    Ich kenne die einen Veganer, die sich schon als was besseres fühlen, weil sie eben dieses Tierelend nicht unterstützen.
    Sie suchen möglichst viele Unterschiede zu dem "Rest der Gesellschaft". Dieses zeigt eher eine Separation, als eine Integration.

    Ich kenne aber auch andere, die versuchen den Veganismus in der Gesellschaft zu integrieren. Andere zum Essen einladen, offen für andere Lebensarten sind, und vielleicht eine geringe aufklärerische Funktion haben. Sie versuchen Empathie für den Veganismus zu wecken.

    Es gibt wahrscheinlich so viele verschiedene Meinungen und EIN! Beispiel in diesem Fall, genügt natürlich nicht aus, um Veganer stellvertretend darzustellen.
    Das ist in fast jedem Bereich so.
    Seien es die Reiter, die als Tierquäler beschimpft werden oder die Radfahrer, die alle Doper sind.
    So etwas ist natürlich nicht repräsentativ und dort appelliere ich dann an den Konsument, dem dies deutlich werden muss.

    So das war mein Senf dazu :)
    LG Fairy

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  7. Ich verstehe diese Attila Hildmann Abneigung nicht 100%ig. Klar, er ist ein Poser und cooler Macho, aber er macht doch viel für die vegane Bewegung.
    Er verkauft es als coolen Lifestyle, der schön macht. So kriegt man die Masse doch schonmal. Ist das Interesse erst geweckt, dann kann ja jeder selbst für sich entscheiden, wie er die vegane Lebensweise umsetzen möchte.
    Aber er geht locker mit dem Thema um, und das ist meiner Meinung nach sehr wichtig.
    Und selbst wenn er sich "nur" vegan ernährt, anstatt vegan zu leben, lasst ihn doch. Kann jeder selbst entscheiden, wie er das machen möchte, oder nicht?
    Wie war das mit Toleranz und Offenheit? (Mir ist Björn Moschinski vom Auftreten und Wesen her allerdings deutlich sympathischer, ich mag keine coolen Checker. Ich wollte das nur mal loswerden :) )

    Zum eigentlichen Thema: ich will mir die Sendung gar nicht erst angucken, was du beschrieben heißt, reicht mir schon.
    Diese ganzen "Reporter" sind doch wirklich zum Schämen. Traurig, traurig.

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    1. Toleranz und Offenheit kann ich Attila aber leider nicht mehr entgegenbringen. Er zieht auf seiner Facebook Seite ständig über Leute her, denen Veganismus wirklich eine Herzensangelegenheit ist und für die es mehr als eine coole Ernährungsform ist. Leute, die finden, dass man als Veganer keine Lederschuhe tragen sollte, bezeichnete er auf Facebook mehrmals als "Vegane Nazis" Sorry, aber irgendwo hörts bei mir mit der Offenheit und der Toleranz auch auf. Wenn er sich nicht so benehmen würde, wäre es was anderes und dann wäre mir sein Macho-Fitness Style auch total egal!

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  8. Dass er manche Leute als vegane Nazis bezeichnet hat, wusste ich nicht. Das ist krass und auch nicht richtig.
    Dennoch finde ich, dass es wichtigere Themen gibt, als sich darüber aufzuregen, was für Schuhe er nun trägt :)
    Jeder muss sich ja erst mal entwickeln, und wenns bei ihm halt länger als 10 Jahre dauert, tut er doch trotzdem viel für die Tiere, indem er sie einfach schonmal nicht mehr isst.

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    1. Klar gibt es wichtigeres, als seine Schuhe. Er ist mir nur einfach durch solche und ähnliche Aussagen so unglaublich unsympathisch geworden. Abgesehen davon, hat er ja auch schon mehrmals selber gesagt, dass er gar kein Veganer ist, sich nur vegan ernährt. Also ist er logischerweise auch nicht wirklich so richtig geeignet, Veganismus im Fernsehen oder sonstwo zu repräsentieren. Trotzdem sehe ich natürlich lieber ihn, jemanden der vegan Kocht, im Fernsehen als gar keinen Veganer. Es stört mich nicht, wenn er irgendwo im Fernsehen auftritt, nur fände ich Björn Moschinski dafür eben einfach passender, denn er kocht mindestens genau so gut, vertritt den Veganismus ganz toll, mit super Argumenten ohne irgendwie militant oder feindselig zu wirken und ist einfach super sympathisch.

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    2. der punkt ist, dass er sich nicht weiterentwickelt - er bleibt auf seinem supercooler-cholesterin-"veganer"-standpunkt stehen. und wenn er andere veganer als "veganer-nazis" bezeichnet, weil sie leder halt nicht so super finden, dann ist das ja wohl ne ziemliche frechheit.
      was mich ärgert, ist nicht, DASS er lederschuhe trägt, sondern dass er überall rausposaunt wie toll seine schuhe sind, und leute runtermacht, die bemerken, dass das tierleid bedeutet.diese arroganz ist es, die mich wütend macht.
      ich hab halt den eindruck dass er alles macht, nur um sich gut zu verkaufen, und das erscheint eben unsympathisch.
      gerade wenn man sieht, dass es vegane köche gibt, die das nicht machen, die aber leider weniger beachtung finden. björn moschinski zb. oder kim wonderland; die ist supercool, aber total sympathisch.

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  9. Ich verstehe dich absolut und bin auch genau deiner Meinung! Ich wollte nur mal gegenlenken, weil in letzter Zeit soviel gegen Attila Hildmann gewettert wurde und ich viele Kritiker da nicht besser finde als ihn, was Beschimpfungen etc. angeht.
    Im Übrigen ist die vegane Ernährung ja schon der Haupt"angst"punkt bei den Normalessern. Wenn man damit anfängt, trifft man schon auf genug Abwehr. Wenn man die Masse dann noch direkt mit Kleidung und Kosmetik bombadiert, wird es vielen bestimmt auch schnell zu heftig mit der "Einschränkung". Daher find ich das schon ok so, wie er das macht. Letztendlich muss man sich nur gegenüber sich selbst rechtfertigen, ne.
    Ich finde es manchmal echt schade, wie sehr sich Veganer gegenseitig bekämpfen und kritisieren.
    Björn Moschinski ist mir mit seiner ruhigen Art auch lieber, er wirkt nicht so überheblich.
    Leider hat der bestimmt genug zu tun mit seinem Restaurant, während Attila hauptsächlich seine Bücher zu promoten scheint.

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  10. Also die Pro7-Sendung geht mal gar nicht:
    Einerseits sind die Veganer einfach nicht die die gueten Beispiele, weil sie viele Sachen viel zu eng sehen (z.B. das mit dem Blindenhund oder das mit der Wolle, die sie verbrennen), andererseits ist der Moderator einfach völlig intolerant und stellt echt nur dumme Fragen. Wie der auch ma Anfang ganz verwundert Antitierbenutzungshof sagt, als hätte er sich verhört, obwohl er das Wort schon zuvor selbst verwendet hat. Aber mich hat die Sendung schon aufgeregt, bevor die Veganer überhaupt gezeigt wurden.

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  11. Vorneweg: Die Pro7-Sendung war sicherlich keine Sendung, die im Sinne der Leute vom Antitierbenutzungshof war und zweifelsfrei auch keine, in der versucht wurde zu vermitteln, warum Leute vegan leben.
    Auf ihrem Blog haben sich die BetreiberInnen des Antitierbenutzungshofes zweimal zur Sendung geäußert, einmal vor der Ausstrahlung: http://antitierbenutzungshof.wordpress.com/2012/02/15/der-atbh-im-tv-beim-grosen-toleranz-test-auf-pro7/
    und jetzt auch mit einer ausführlicheren Anmerkung nach der Ausstrahlung:
    http://antitierbenutzungshof.wordpress.com/2012/02/23/schreckliche-toleranz-unsere-anmerkungen-zum-%E2%80%9Egrosen-toleranztest/
    Dort kann gelesen werden, weshalb sich der Antitierbenutzungshof auf die Sendung eingelassen hatte und was die BetreiberInnen von der Sendung halten.
    Dennoch: Zum Glück gibt es VeganerInnen, die - in einer Gesellschaft in der es u.a normal ist Tiere auszubeuten - nicht normal sein wollen und die versuchen tierbefreierische Positionen zu vermitteln und nicht versuchen sog. "Omnis" zu überzeugen indem sie zum Beispiel größere Käfige fordern oder Veganismus zu einem Lifestyle erklären. Ist es denn so bedeutsam, was "Veganer denn vielleicht so als Alternative tolles essen können" (und das sie nicht verhungern wurde im Beitrag ja durchaus gezeigt) - Veganismus ist keine Ernährungsform! - oder nicht vielmehr warum von VeganerInnen kein "Fleisch", keine Eier, keine Kuh-, Schaf-, ... milchprodukte gegessen, kein "Leder", keine "Wolle" getragen wird? Sollten VeganerInnen also wirklich über ihr tolles Essen sprechen oder nicht vielmehr über die Gewalt, die Tieren angetan wird, sprechen?
    Es gibt tatsächlich VeganerInnen - so wie die vom Antitierbenutzungshof - die die Gewalt, die jeder Tierhaltung immanent ist thematisieren: So sind z.B. die Sterilisation/Kastration von Tieren oder auch das Fortnehmen von Eiern als Gewalttaten zu benennen.
    Wer von einer Symbiose zwischen Menschen und Schafen redet hat sich wohl entweder noch keine Gedanken darüber gemacht, was die Haltung von Schafen alles beinhaltet (auch darüber warum sie geschoren werden müssen: es sei verraten, dass sie ihre Haare nicht aus lauter Dankbarkeit wachsen lassen) oder seine/ihre Kritik an der Gewalt gegen Tiere geht nicht weit genug.
    Dass die VeganerInnen vom Antitierbenutzungshof, die Eier die die dort lebenden Gänse legen, nicht benutzen - nicht als Ressourcen - ansehen, wird selbst von manchen VeganerInnen kritisiert. Doch die Kritik müsste vielmehr einer Gesellschaft gelten in der Tiere benutzt werden, in der u.a. ihre reproduktiven Fähigkeiten instrumentalisiert, bewertet und ausgebeutet werden: für Milch, Eier und nicht zuletzt die nächsten Generationen von Opfern. Eier als Ressourcen, als Lebensmittel anzusehen ist das Problem, nicht sie nicht als solche zu benutzen. Wer sich darüber beschwert, das die Eier "verschwendet" werden, hat sich wohl noch keine Gedanken darüber gemacht, wie es für eine Gans ist, wenn ihr ein Ei weggenommen wird oder seine/ihre Kritik an der Gewalt gegen Tiere geht nicht weit genug (und die Leute vom Antitierbenutzungshof finden es alles andere als toll, dass sie den Gänsen die Eier fortnehmen oder auch, dass sie Gänse halten).

    vegancipate

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    1. Ich hätte es gut gefunden, wenn in dem Bericht mal ein bisschen darauf eingegangen wäre, WARUM sie Eier, Wolle etc. ablehnen. Ich finde aber, dass das überhaupt nicht rüber kam. Für mich klang es nur so "Wir lehnen XY ab, da es vom Tier kommt" Aber z.B. mal zu erklären, warum man Eier ablehnt, also u.a. zum Beispiel wegen den Millionen von Küken die beim Sexen schon draufgehen...Oder das die Schafe oft genau dann geschoren werden, wenn sie ihr Fell am dringensten brauchen und dann erfrieren. Aber das wurde ja mit keinem Wort erwähnt und das finde ich schade. Ablehnen kann man ja alles, aber das warum ist doch interessant.

      Das sie die Eier nicht verwenden finde ich auch ganz gut, aber sie sollten die Eier doch den Gänsen einfach lassen. Im Bericht wurde es so formuliert, als würden sie alle neuen Eier, die sie entdecken direkt wegschmeißen. Das wäre für eine Gans oder ein Huhn dann schließlich genauso schlimm, wie wenn man das Ei wegnehmen und essen würde.

      Und natürlich wachsen den Schafen die Haare nicht aus Spaß immer weiter - ich bin zwar kein Schafexperte, aber ich nehme an sie wurden einfach so gezüchtet und die Schafe, die auf dem Antitierbenutungshof leben, sind dort, weil sie anderswo sicher geschlachtet worden wären. Wenn man diese Schafe also nun scheren MUSS, weil irgendwer sie mal so gezüchtet hat und es für die Schafe auch schlimm wäre, wenn man sie einfach gar nicht schert, dann kann man doch die Wolle auch verwenden, finde ich.
      Das meine ich mit Symbiose und nicht, dass man die Schafe immer weiter züchtet oder vermehrt damit man auch weiterhin Wolle hat - nur eben die nicht wegschmeißen die so oder so da ist.

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    2. Ja, die BetreiberInnen des Antitierbenutzungshofs (ATBH) hätten es sicherlich auch gut gefunden, wenn im Bericht ausgestrahlt worden wäre, warum sie keine Eier essen, keine "Wolle" tragen, ... . Sie äußern sich dazu auf ihrer Website, auf den Schildern rund um den Hof und haben dies sicherlich im Gespräch getan, denn sie wissen sicherlich, dass sonst kaum zu vermitteln ist, warum sie die Eier und die "Wolle" nicht verwenden. Scheint ja selbst für manche VeganerInnen nicht verständlich zu sein.

      Wenn sie den Gänsen die Eier lassen würden, dann würden sie diese ausbrüten und es würden irgendwann Gänse aus den Eiern schlüpfen, für die dann ein Platz gefunden werden müsste, ... also Tierhaltung bis in alle Ewigkeit. Sicherlich ist es für eine Gans schlimm wenn ihr ein Ei weggenommen wird. Dass bringt der ATBH auch unmißverständlich zum Ausdruck, es ist nichts was sie toll finden. Auf dem Antitierbenutzungshof werden Tiere - nach wie vor gehalten - dies ist keine friedvolle Idyle, auch wenn die Schafe, Pferde, Gänse, ... ansonsten umgebracht worden wären. Wenn die Eier gegessen werden würden, würde jedoch zudem damit untermauert werden, dass Tiere letztendlich doch "für uns da sind" und dies hat Folgen für alle nichtmenschlichen Tiere.

      Es wäre tatsächlich schlimm, wenn die Schafe nicht geschoren werden würden. Aber das heißt umgekehrt nicht, dass es ein Vergnügen für sie wäre, geschoren zu werden, sondern ganz im Gegenteil. Und das die Schafböcke kastriert wurden, dass die Schafe gehalten werden (vom Menschen und seiner Fürsorge abhängig sind) ist fern von einer Idylle, fern von einer Symbiose.

      vegancipate

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    3. Ich meine das auch eigentlich gar nicht als Kritik den Bewohnern des ATBH gegenüber, ich finde es ja toll, dass es solche Höfe gibt und habe auch schon mal in ihrem Onlineshop eingekauft...Ich finde sie in dem was sie tun wirklich sehr konsequent und sehe manche Dinge anders, aber das ist ja auch völlig ok so, nicht jeder Veganer ist genau gleich ;) Nur kommen sie eben in dem Bericht nicht so toll rüber, aber ich denke das liegt vor allem daran, dass Pro7 den Bericht so doof geschnitten hat. Der Reporter war ja sicher mehrere Stunden da und aus diesem riesigen Videomaterial wurde vermutlich einfach das zusammen geschnitten, was am "extremsten" oder am "militantesten" klang. Ich bin mir sicher, dass die Leute vom ATBH auch erzählt haben, warum sie Eier und Wolle ablehnen, aber es wurde eben nicht im Fernsehen gezeigt und das finde ich echt schade, aber das ist natürlich nicht deren Schuld...

      Aus den Eiern würden doch nur Gänse schlüpfen, wenn die Eier auch befruchtet würden...Ich wusste nicht, dass dort auch männliche Gänse leben. Dann kann ich das natürlich schon irgendwie verstehen.

      Das mit der Wolle kann ich persönlich trotzdem nicht nachvollziehen, sie können das handhaben wie sie wollen, aber ich teile ihre Meinung diesbezüglich einfach nicht...Natürlich ist es für die Schafe sicher kein Vergnügen, geschoren zu werden, aber trotzdem finde ich es schade, wenn die Wolle dann weggeworfen wird - kann jeder sehen wie er will, wenn ich einen Hof hätte auf dem "befreite" Schafe leben würden, dann würde ich ihre Wolle jedenfalls nicht wegschmeißen sondern einfach privat benutzen, verkaufen, also Geld damit machen würde ich aber auch nicht.

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  12. Ich fand den Bericht genauso schrecklich wie du, finde es echt schade wie das ganze dargestellt wurde :/

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  13. Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass ich die Eier essen würde. Ich würde auch die Milch von unserem Bauernhof trinken. Mir geht es nicht darum, dass ich sage, dass man nichts von Tieren essen dürfte, weil das gegen die Natur wäre, denn genau das ist es NICHT. In der Natur würden Tiere untereinander geben und nehmen, sich umbringen, sich essen, die Eier klauen oder was auch immer. Fakt ist, sie würden dies nach dem Ying Yang Prinzip machen. Nicht so ausgeartet wie es der Mensch momentan macht. Der Mensch nimmt und hat ganz auf's geben vergessen. Doch das ist nicht mal so schlimm, schlimm ist die Art und Weise wie er dies macht. Deswegen boykottiere ich, nicht weil ich es unnatürlich finde tierische Produkte zu essen. Weil ich meine ich beklaue die Tiere oder was weiß ich. Beim Fleisch geht es mir aber anders. Ich hab als ich klein war angefangen vegetarisch zu leben, weil ich mein besten Freunde nicht essen wollte. Egal wie sehr wir Ying Yang leben würden- ich würde NIE wieder wissentlich Fleisch essen.

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    1. Trotzdem finde ich den Bericht asozial, hab ihn noch nicht gesehen, aber davon gehört und das hat mir schon gereicht. Jetzt geb ich ihn mir aber!

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