Sonntag, 26. Juni 2011

Soyabella Test #1–Milch!

In den letzten Tagen habe ich fleißig getestet und mittlerweile mehrere vegane Milchsorten mit dem Soyabella hergestellt. Daher will ich nun berichten ;)

Erstmal schreibe ich etwas allgemeines zur Herstellung von veganer Milch mit diesem Gerät, dann gehe ich auf die einzelnen Sorten und wie sie mir geschmeckt haben, ein.

Die Herstellung von Milch mit diesem Gerät ist wirklich ziemlich einfach. In der Anleitung ist das auch alles gut erklärt! Man füllt einfach einen Messbecher voll mit dem “Material”, aus dem man seine Milch machen möchte…Also z.B. Naturreis oder Sojabohnen. Das füllt man dann in einen etwas größeren Becher und gießt es mit Wasser auf, damit es einweichen kann – ab besten mindestens 4 Stunden. Ich denke auch, dass das je nach Getreideart, die man nimmt unterschiedlich sein kann – da muss man dann wohl etwas rumprobieren, mit welcher Einweichzeit es einem am besten schmeckt ;) Man kann sich das Einweichen bei manchen Getreidesorten auch sparen, aber dazu später mehr. Bei Sojabohnen sollte man es aber schon machen ;)

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Man füllt das Getreide danach dann in eines der Siebe. Es gibt ein feines, auf dem Sojamilch steht und ein grobes, auf dem Reismilch steht. Worin man Hafer oder Mandeln am besten verarbeitet wird einem nicht verraten, aber das kriegt man ja durch ausprobieren ganz gut raus ;)

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Das Sieb wird am Gerätekopf befestigt und man füllt Wasser in den Edelstahlbehälter. Dann kann man den Kopf auf den Behälter setzen, den Strom einstecken und wenn man dann auf “Milk” drückt, geht die Milchproduktion schon los und läuft vollautomatisch ab. Es dauert etwa 15 Minuten. Zuerst wird nur erhitzt, zwischendurch wird ca. 3 Mal für einige Sekunden das Getreide gemahlen. Das ist dann etwas lauter, aber auch nicht wirklich störend. Der Rest der Produktion erfolgt ziemlich leise.

Wenn die Produktion dann beendet ist, leuchte die kleine Lampe oben am Gerätekopf nicht mehr rot sondern grün und es piept einige Male. Dann kann man das Gerät ausschalten und den Gerätekopf abmachen. Den stellt man dann am besten kurz in den dafür geeigneten Behälter, da kann er nicht umfallen und außerdem abtropfen. Die Milch ist jetzt noch sehr heiß, also sollte man sie in ein geeignetes Gefäß gießen und abkühlen lassen.

Es ist wichtig, das Gerät direkt nach Benutzung zu reinigen, denn wenn erstmal alles angetrocknet ist, wird es wesentlich schwieriger, alles sauber zu kriegen. Den Edelstahlbehälter fülle ich immer komplett mit Wasser und etwas Spüli und lasse das erstmal kurz einweichen. Das Sieb kippe ich erstmal in der Spüle aus, damit der Brei rauslaufen kann. Dann brause ich es kurz ab und lasse es in einem größeren Behälter mit Spüli und Wasser einweichen – danach kann man das Sieb mit einer Spülbürste eigentlich innerhalb von wenigen Sekunden reinigen!IMG_0545

IMG_0544Beim Gerätekopf muss man sehr vorsichtig sein, denn es darf kein Wasser hineingelangen, daher sollte man ihn und das Mahl-Messer nur mit einem Lappen putzen, was ich etwas schwierig finde, aber man gewöhnt sich daran.

Das wäre dann also die klassische Herstellung von Sojamilch – andere Getreidesorten kann man aber z.T. auch roh zu Milch verarbeiten. Bei Sojamilch geht das nicht, weil sie roh nicht bekömmlich ist.

Aber mit Hafer und Mandeln klappt das sehr gut und geht sogar noch schneller. Dafür drückt man, wenn man alles wie oben auch vorbereitet hat, nicht den Knopf “Milk” sondern den Knopf “Mill” – dann mahlt das Gerät die im Sieb befindlichen Zutaten für ca. 10 Sekunden. Diesen Vorgang kann man dann so oft wiederholen, bis die Milch den gewünschten Geschmack und die gewünschte Konsistenz hat. Die Reinigung des Siebes ist nach der Produktion roher Milch auch wesentlich einfacher – man muss es nur einmal kurz abspülen, es klebt nichts daran fest.

Nun meine Meinung zu den einzelnen Milchsorten, die ich bisher getestet habe:

#1 Der Klassiker: Sojamilch. Die Produktion hat sehr gut geklappt, ich habe nichts daran auszusetzen. Die Milch hat eine schöne Konsistenz bekommen und ist auch geschmacklich (nachdem ich noch etwas Salz & Agavendicksaft hinzugegeben habe) relativ gut mit gekaufter Sojamilch zu vergleichen – Ich persönlich bin kein großer Sojamilch Fan – Im Smoothie oder fürs Backen finde ich sie völlig OK, pur oder im Kakao oder Müsli mag ich sie jedoch nicht besonders. Das ist aber einfach eine Frage des Geschmacks, da kann das Gerät ja nichts dafür ;)

#2 Reismilch: Auf diese Milch habe ich mich total gefreut, da ich SojaReis-Milch sehr gerne mag und sie bisher im Alltag auch am häufigsten getrunken habe. Daher wollte ich es natürlich auch mal mit reiner Reismilch versuchen. Leider, leider eine ziemliche Enttäuschung. Ich habe diese Milch bisher 3x hergestellt. Einmal im groben Sieb, was für Reismilch gedacht ist, einmal im feinen und einmal, ohne den Reis vorher einzuweichen – Das Problem ist leider immer das gleiche – Die Milch wird überhaupt nicht so, wie man sie aus dem Handel kennt…Sie wird von der Konsistenz her zu dickflüssig, irgendwie schleimig. Sie ist nicht wirklich homogen – es kommt einem eher vor wie Wasser in dem ein bisschen gemahlener Reis herumschwimmt – und schmecken tut sie leider auch nicht – total wässerig. Vielleicht mache ich etwas grundlegend falsch, aber ich wüsste nicht was?!? Claudi testet den Soyabella ja gerade auch und hat ähnliches festgestellt. Finde ich sehr, sehr schade, da ich mich gerade auf vegane Milch mit Reisanteil sehr gefreut habe, aber das wird wohl leider nichts…

#3 Die Rettung: Hafermilch: Nachdem ich wegen der Reismilch etwas traurig war, wollte ich aber natürlich nicht aufgeben und habe direkt weitergemacht: Mit Hafer. Ich liebe die Hafermilch von Kölln sehr und hoffte natürlich, dass sie selbstgemachte auch so gut schmeckt.

IMG_0549Ich habe sie heute Morgen dann 2x hergestellt. Einmal klassisch, also gekocht und einmal roh. Bei der klassischen Hafermilch ergibt sich ein ähnliches Problem wie bei der Reismilch. Sie wird leider auch sehr dickflüssig. Schmecken tut sie allerdings ganz gut und homogen ist sie auch, ich kann sie mir als Zutat für eine Suppe sehr gut vorstellen – zum trinken wäre sie mir aber wirklich zu dickflüssig.

Zum Glück habe ich es dann noch mit roher Hafermilch probiert und YAY, die finde ich totaaal lecker <3 Sie hat eine super Konsistenz, ist homogen und schmeckt :) Ich habe sie ebenfalls wieder mit Salz und Agavendicksaft verfeinert und mag den Geschmack richtig gerne. Ein kleines bisschen intensiver könnte er gerne noch sein, mal sehen, ob ich das hinkriege, índem ich z.B. mehr Hafer nehme oder ihn doch etwas einweichen lasse.

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Mein bisheriges Fazit ist also: Die Reismilch ist für mich leider ein Flop, von der rohen Hafermilch bin ich allerdings sehr begeistert! Ich denke, sie könnte durchaus meine neue Alltagsmilch werden – vorallem sind die Herstellungskosten für Hafermilch wirklich winzig. Eine Packung “kernige Haferflocken (allerdings nicht bio) kostet bei Kaufland 35 Cent. Damit kann man etliche Liter Hafermilch herstellen! (Ich vermute so ~10). Salz und etwas Agavendicksaft kosten ja auch nicht viel.

Ich mag das Gerät bisher sehr gerne – man muss halt erstmal herausfinden, welche Milchsorten einem schmecken und welche nicht – das ist ja auch durchaus Geschmackssache. Auch wenn das mit der Reismilch ein kleiner Minuspunkt ist – die Hafermilch macht das locker wieder wett ;)

Kommentare:

  1. Also insgesamt für dich ein Erfolg, das ist ja schön:) Aber ist der Aufwand nicht sehr groß für n bissel Milch, oder täuscht mich das nur?

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  2. ich denke das täuscht. ich habe ja jetzt sehr viel rumprobiert um die beste milch hinzukriegen, das ist natürlich mehr arbeit. aber wenn man erstmal raushat, was am besten klappt, dann dauert die herstellung mit allem inkl. reinigung max. 15 minuten würde ich sagen. während das gerät läuft muss man ja nicht dabeibleiben. und rohe milch geht sogar noch viel schneller, vielleicht 5 min inkl. reinigung. und dafür habe ich dann hafermilch,die vielleicht 10 cent gekostet hat, im laden müsste ich 1,70 zahlen. ich finde das lohnt sich extrem ;)

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  3. Musst du die Hafermilch denn mit Flocken machen?
    Vielleicht geht es mit Nackthafer auch und das müsste dann auch intensiver schmecken.
    Vielleicht ist das der Maschine ja egal, ob sie Flocken mahlt oder Körner.

    Klingt in jedem Fall sehr spannend. Ausprobieren würde ich das auch gerne mal, aber bei mir lohnt es sich vermutlich nicht, weil ich fast nie Mandelmilch oder Hafermilch trinke.

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  4. hallo rohzustand :)
    nein, ich denke man kann das mit allem machen, was einem passend erscheint. die maschine kann alles mögliche mahlen. ich werde demnächst auch noch sesammilch, dinkelmilch und haselnussmilch testen, das steht ja auch gar nicht im rezepteheft...von daher ist das alles frei schnauze ;)

    ich kannte nackthafer bis gerade eben ehrlich gesagt nicht, aber das klingt interessant! wenn ich den irgendwo mal sehe, probiere ich das aus! :)

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  5. Mhm wenn ich sehe, wie günstig die Ausgangsmittel sind,um die Milch selber herzustellen, versteh ich nicht, warum die im Bio-Markt so teuer ist? Frechheit. Was machst Du mit der ganzen Milch jetzt? Die hält sich doch nicht ewig frisch, oder? :-)

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  6. Ich habe die Milchsorten ja über mehrere Tage verteilt hergestellt. Die Soyamilch ist daher z.B. schon längst verbraucht. Und da ich die Reismilch ja leider gar nicht mochte, hab ich sie weggekippt, auch wenn ich sowas eigentlich ungerne mache, aber ich fand sie einfach nicht lecker. momentan hab ich nur noch die hafermilch hier und die kriege ich locker weg, weil ich fast jeden morgen einen smoothie mit veganer milch und früchten mache ;)

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  7. Ich muss zugeben, dass ich mich mit "Soyabella" Nüsse auskenne, aber versuch doch mal zerkochten, wirklich weichen Reis zu verwenden um Reismilch herzustellen. Nur ein kleiner Vorschlag.

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  8. vielleicht lässt sich reismilch besser wie sojamilch herstellen? also gekocht. mit sehr wenig hafer, denn sonst ergibt sich vermutlich das gleiche problem wie beim hafer durch den stärke-anteil.
    ich frag mich, ob linsenmilch schmeckt oder sich damit gut kochen liesse. oder erbsenmilch. fürs müsli wäre das sicher nichts.
    es gibt bei dm auch reisflocken, vielleicht funktioniert es damit besser? (ist dann natürlich wieder etwas teurer.)
    hm, das klingt nach spannenden experimenten!!

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  9. hi, ZK!^^
    da ich auch grade seit wenigen tagen im besitz einer soyabella bin und mich noch in der experimentierphase befinde, kommt dein artikel grade richtig für mich :)

    ich hab bisher erdnussmilch ausprobiert (hatte ich zu viel wasser drin und hätte lieber das grobe sieb nehmen sollen), sojamilch (ok) und gekochte mandelmilch (mein favorit bisher).
    da ich hafer/flocken liebe und auch hafermilch ganz nett finde, will ich das als nächstes austesten. wie hast du das dosiert, auch so ein plastikbecherchen voll? (hoffe, habs nicht überlesen^^°)
    danach werden dann auch nochmal suppen und breie? breis? ausprobiert.

    kippstdu den "kuchen", also das was im sieb bleibt, echt weg? da bin ich auch grad noch am ausloten, was man damit anstellen kann. im falle soja (okara heißt die pampe ja) kann man zb in verbindung mit panier/mehl und zwiebeln und zeug voll gute frikadellen zubereiten :)

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  10. Hey, ja für Hafermilch würde ich auch einen vollen Messbecher nehmen, aber vielleicht lieber mit Nackthafer, also dem ganzen Korn arbeiten und nicht mit Haferflocken wie ich das anfangs gemacht hab ;)

    Bisher hab ich den Schnodder immer weggekippt, aber man kann da sicherlich wirklich viel mit machen, wenn man nicht zu faul und etwas kreativ ist...Wenn ich das nächste Mal Sojapampe übrig habe, probier ich das aus!

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  11. Hey, hast du inzwischen vielleicht noch einen Trick entdeckt für leckere Reismilch oder ist es dabei geblieben dass das nicht so recht klappt?
    Ich hätte ja noch vermutet dass es mit poliertem Reis besser geht als mit Naturreis, aber wirklich nen Plan hab ich davon nicht.

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    1. Ich habe es nicht mehr probiert, ich hab ja schon einige Versuche gestartet, Reismilch zu machen, mit mehreren Reissorten und diversen Varianten, es hat mir nie geschmeckt, das war also insgesamt einfach zu frustrierend, dass ich es jetzt gar nicht mehr versuche :D

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  12. OK, schade aber verständlich :-)
    Ich hab so ein bißchen mit dem Gedanken gespielt mir so einen Zubereiter anzuschaffen, aber grad Reismilch gehört zu meinen Favoriten.
    Ich hab mal in Wikipedia geschaut, Reismilch scheint eh auch etwas anders und mit mehr Schritten hergestellt zu werden (Vermaischung und Fermentation).

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  13. Huhu zombiekatze,
    meine Soyabella ist jetzt endlich da, nur habe ich ein Problem.Vielleicht kannst du mir ja bei der Fehleranalyse helfen.
    Bei mir trennt sich die Milch nach 2 Tagen, also ich hab nen Bodensatz. Und beim Herstellen von Sojamilch sind so Flöckchen am Sieb außen. Ist/war das bei dir auch? (Hast du die Soyabella eig zurückgegeben oder nur den Vitamix?)
    Oder habe ich vielleicht zu viele Bohnen eingefüllt/ das Sieb nicht richtig drauf ( dachte aber ich hätte es)?


    Danke dir und liebe Grüße!

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  14. Hallo Zombiekatze,

    ich bin seit kurzem auch ein stolzer Besitzer einer Soyabella. Mein erster Test mit der Reismilch verlief wie bei Dir. Ich war erstmal enttäuscht.

    Dann ist mir allerdings eingefallen, dass ich irgendwo mal gelesen hatte, dass die industriell hergestellte Reismilch mit Öl versetzt wird, um sie a) weiss zu machen und b) homogen.

    Nichts zu verlieren, dachte ich mir, ab in den Mixer und Kokosöl (man kann natürlich auch anderes Öl nehmen) und Honig (oder Süßungsmittel nach Wahl) dazu. Und siehe da, heraus kam eine köstliche Reismilch! (In meinem Fall dann mit Kokosgeschmack)

    Liebe Grüße und viel Erfolg!
    Nurija

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  15. Frage:

    Lassen sich die Mandelmilch, Hafer- und Soyamilch genauso gut schäumen wie die gekaufte? Ich liebe Cappuccino.
    Vielleicht könnt ihr mir diese Frage beantworten.

    Vielen Dank.
    Gabriela

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    1. Sojamilch lässt sich wirklich bestens aufschäumen, jedenfalls gekaufte, mit selbst gemachter habe ich es noch nicht probiert. Ich glaube Hafer- & Mandelmilch klappt etwas schlechter, aber ich bin mir da nicht ganz sicher.

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  16. Mit der Sojamilch geht's (Mayonnaise klappt damit auch gut). Ich presse die allerdings nach der Zubereitung in der Soyabella noch durch ein Cheesecloth, dann gefällt mir die Konsistenz besser (bin da relativ empfindlich).

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