Freitag, 12. März 2010

Veränderungen

Da bin ich wieder, habe die Prüfungen mehr oder weniger gut hinter mich gebracht und habe nun einige Wochen frei, eine Zeit, die ich gut nutzen möchte. Das Wetter wird langsam wieder besser, also werde ich jetzt auch wieder regelmäßig ins Tierheim gehen und mit den Hundis spazieren können, dazu bin ich in diesem Jahr wegen Lernstress, dem Wetter und ständigem Kranksein leider noch gar nicht gekommen. Aber bald :)

Ich habe in der letzten Woche eine für mich sehr wichtige und weitreichende Entscheidung getroffen: Ich werde mich ab jetzt vegan ernähren, also ein reiner Pflanzenfresser :)
Ich habe mich sehr viel mit den Folgen des Konsums von tierischen Produkten für meine Gesundheit, die Umwelt und das Klima, den Welthunger und vorallem natürlich die schrecklichen Bedingungen für die Tiere, die in der Massentierhaltung leben und sterben müssen informiert und habe für mich entschieden, dass ich das so nicht mehr will und auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Ich ernähre mich jetzt erst seit einigen Tagen vegan und bisher klappt es wunderbar, es fehlt mir kaum etwas und für das allermeiste lässt sich auch ein guter Ersatz finden. Soja-Milch, -Sahne und -Joghurt und vegetarische Brotaufstriche gibt es ja mittlerweile zum Glück fast überall und mir schmecken diese Produkte auch sehr gut. Den etwas höheren Preis im Vergleich zur Milch vom Discounter und co nehme ich dafür gerne in kauf, denn erstens finde ich nicht, dass es so viel mehr ist, dass man sich ruinieren würde, man spart durch vegetarische Ernährung ja auch an anderer Stelle und außerdem ist es mir das einfach aus den oben genannten Gründen wert.
Mittlerweile gibt es ja in vielen Läden reichlich Auswahl für veganer, so habe ich schon mehrere Sorten vegane "Nutella", die ist dann allerdings zartbitter, gut dass ich das so mag, oder Vegane Würstchen, Schnitzel und co entdeckt. Vom Tofu ganz zu schweigen, denn den kriege ich hier im Asia Laden für 80 Cent das Stück (und das ist schon ne ordentliche Menge). Da spare ich dann natürlich wieder im Vergleich zu Fleisch, was wesentlich teurer ist als Tofu und, jedenfalls wenn man etwas auf Qualität achtet, auch nicht teurer ist als die Sojawürstchen.
Sogar Soja-Schoko Eis habe ich schon entdeckt, allerdings noch nicht ausgetestet, da im Kühlfach momentan kein Platz ist *g*
Nun ja, ich bin im moment auf jeden Fall sehr, sehr glücklich mit dieser Entscheidung und es macht mir richtig spaß, die ganzen neuen Lebensmittel und Rezepte zu entdecken und auszuprobieren. Ich glaube, dass ich durch diese Umstellung viel bewusster als vorher essen und einkaufen werde und mich dadurch automatisch gesünder ernähren werde.
Ich lese mich gerade quer durch alle möglichen veganen Websites und entdecke jeden Tag neue Alternativen, mit denen ich tierische Produkte ersetzen kann. Zum Beispiel kann man mit sehr günstigen Zutaten einen Hefeschmelz herstellen, der ein sehr guter Ersatz für Käse zum überbacken von Pizzen und Aufläufen sein soll - getestet habe ich ihn bisher jedoch nicht. Was ich getestet habe sind vegane Kräuter-Würstchen, vegane Spaghetti Bolognese, eine Tofu-Nudel-Wok Pfanne mit Paprika, Ananas und Sojasprossen und einen veganen Kuchen - ich fand alles super lecker und bin begeistert wie gut sowas schmecken kann - so fällt einem die Umstellung auch gar nicht schwer.

Womit ich mich in nächster Zeit wohl noch intensiver auseinandersetzen muss sind die Reaktionen meiner Mitmenschen. Meine Eltern und mein Freund akzeptieren es zum Glück bzw finden es sogar gut, mein Freund ist ja auch Vegetarier, aber mit Freunden oder Verwandten habe ich bisher kaum bzw gar nicht darüber gesprochen. Ich bin sehr gespannt, was mich da erwartet, habe ich doch bisher schon von so vielen Leuten gelesen, dass ihr Umfeld sehr negativ reagiert hat, was oft daran lag, dass die Leute sich angegriffen fühlten, wenn ihr Gegenüber die Gründe für seine Entscheidung zum Veganismus erklärte. Das Problem ist mir tatsächlich auch schon einmal begegnet, man wird von Leuten, die sich omnivor ernähren gefragt, wieso man nichts tierisches mehr essen will und wenn man dann die Gründe nennt, fühlt sich das Gegenüber angegriffen, denn es kommt ihm so rüber, als wollte man es verurteilen, als schlecht darstellen. Leider scheint das immer wieder zu passieren, denn wenn man sich als Veganer erklärt, nennt man eben meistens Gründe wie Tier- und Umweltschutz und andere fassen dies dann oft als Vorwurf an sie selber auf, weil sie ja tierisches Konsumieren. Sicher gibt es radikale Veganer, die alle, die sich anders ernähren verachten und bekehren wollen, aber es gibt auch "normale", die einfach ihre persönlichen Gründe offenlegen wollen ohne anderen etwas vorzuwerfen und zu erwarten, dass jeder es ihnen gleichtut. Sicher freut man sich als Veganer, wenn andere sich auch dafür interessieren, aber ich denke, anderen die eigene Sicht- oder Lebensweise aufzuzwingen war schon immer in jeglicher Hinsicht kontraproduktiv.

Nun ja, jetzt habe ich mir erstmal so einiges von der Seele geschrieben, was mich momentan sehr beschäftigt und wohl auch in Zukunft beschäftigen wird. Ich denke, ich werde in Zukunft vielleicht auch ab und zu mal ein veganes Rezept mit euch teilen, was ich ausprobiert habe oder so etwas in der Art. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen ;)

Heute möchte ich euch gerne ein Video und ein paar Links zeigen, die mich zu dieser Entscheidung gebracht haben, bzw den Grund für meine Entscheidung wiederspiegeln. Keine Sorge, es ist nicht Earthlings oder etwas ähnlich verstörendes, sowas kann ich mir selber nicht ansehen ohne zu heulen, also verlinke ich es auch nicht.

Klick und Klick



1 Kommentar:

  1. Hallo Zombiekatze,
    ich lese deinen Blog unheimlich gern, da du super authentisch rüberkommst und auch gar nicht missionarisch.
    Schön zu lesen, wie das alles bei dir angefangen hat :)
    Ich war schonmal vegan, im Nachhinein aber eher "Pudding- bzw Dosenvegan". Nach einer ziemlich doofen zeit hab ich aber aufgegeben, da ich wohl doch nicht so gut aufgeklärt war und mich ungesund ernährt hatte.
    Deine Rezepte und Erfahrungen, auch auf veganes Nom ( und auch von Erbse ) haben mir den Mut gegeben, wieder umzustellen. Zur Zeit brauchen mein Freund und ich noch die unveganen Lebensmittel auf, denn er unterstützt mich recht gut, auch wenn er omni bleiben will.
    Danke dir!

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